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Abbau von Anlagenteilen in Block B

Die im Sommer 2011 verabschiedete 13. Atomgesetz-Novelle legt fest, dass Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen am 31.12.2017 seine Berechtigung zum Leistungsbetrieb (Stromerzeugung) verliert. Block C kann bis zum 31.12.2021 Strom produzieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Süddeutschland leisten.

Nach dem Ende der Stromerzeugung steht das Kernkraftwerk Gundremmingen vor einer neuen Aufgabe: dem Abbau der Anlage. Wie schon der Bau und Betrieb eines Kernkraftwerks ist auch dessen Abbau ein Vorhaben, das nach dem Atomgesetz behördlich geprüft, genehmigt und begleitet werden muss. Genehmigungsbehörde für den Abbau des Kernkraftwerks Gundremmingen ist das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Es ist uns ein wichtiges Anliegen, das atomrechtliche Genehmigungsverfahren transparent zu gestalten. An dieser Stelle werden wir Sie kontinuierlich über die weiteren Schritte im Genehmigungsprozess informieren.

Einen guten Überblick über den Abbau kerntechnischer Anlagen bieten Ihnen auch die Broschüre Stilllegung kerntechnischer Anlagen von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit und unsere Broschüre Stilllegung und Abbau von Kernkraftwerken. Über die Erfahrungen mit dem Abbau von Block A des Kernkraftwerks Gundremmingen informiert Ausgabe Nr. 120 unseres Nachbarschaftsmagazins. Einen interessanten Film zur Stilllegung bietet das Deutsche Atomforum auf seiner Internetseite.

Bei Fragen stehen Ihnen die Rückbau-Experten des Kernkraftwerks Gundremmingen gerne zur Verfügung: E-Mail an das Kernkraftwerk Gundremmingen


20.07.2016: Fokustag zur Zwischenlagerung abgebrannter Brennelemente

Wolfgang Reuter, Mitarbeiter der Gesellschaft für Nuklear-Service mbH (GNS), dem Lieferanten der im Kernkraftwerk Gundremmingen verwendeten CASTOR-Behälter für abgebrannte Brennelemente, erläuterte die Anforderungen an diesen Behältertyp (z. B. Schutz des Inventars bei Stürzen, Unfällen, Flugzeugabsturz), gab Einblicke in die Herstellung und den technischen Aufbau der Behälter und erklärte das Vorgehen bei der Beladung der Behälter im Brennelementlagerbecken und der anschließenden Trocknung des Behälterinnenraums. Zum Abschluss des Fokustages hatten die Besucher die Möglichkeit, auf dem Kraftwerksgelände einen CASTOR-Behälter aus der Nähe zu erkunden.

Fokus-Vortrag zur Zwischenlagerung abgebrannter Brennelemente


15.06.2016: Fokustag zur Entsorgung abgebauter Anlagenteile

Udo Krumpholz, Leiter des Teilbereichs Kraftwerkschemie und Entsorgung, erläuterte zunächst die unterschiedlichen Kategorien und Mengen von radioaktiven Abfällen, die bei Betrieb und Abbau eines Kernkraftwerkes anfallen. Anschließend zeigte er die für die einzelnen Abfallkategorien vorgesehenen Entsorgungswege auf. Beim Rundgang über das Kraftwerksgelände erkundeten die Besucher zunächst einen zur Abfahrt in das Zwischenlager Mitterteich bereit stehenden Lkw, beladen mit einem MOSAIK-Behälter für radioaktive Abfälle. Zum Abschluss des Fokustages besichtigten die Gäste ein Lagergebäude, in dem 200-Liter-Fässer mit radioaktiven Abfällen zum Abtransport in das Zwischenlager Mitterteich bereit gestellt werden.

Fokus-Vortrag zur Entsorgung abgebauter Anlagenteile


20.04.2016: Fokustag zu den Rückbauerfahrungen in Block A

Dr. Helmut Steiner, Leiter des Teilbereichs Kraftwerksrückbau im Kernkraftwerk Gundremmingen, gab einen Überblick über den Ablauf und die angewendeten Verfahren beim Abbau der Kraftwerkstechnik aus Gundremmingen Block A. Daran anschließend führte er die Besucher durch das Technologiezentrum Gundremmingen im Bereich des ehemaligen Blocks A. Dort betreibt das Kernkraftwerk Gundremmingen zahlreiche technische Anlagen zur Zerlegung, Dekontamination und Entsorgung von Abbaumaterialien.

Fokus-Vortrag zu den Rückbauerfahrungen in Block A


16.03.2016: Fokustag zum Freigabeverfahren für abgebaute Anlagenteile

Bei diesem Fokustag erläuterte Dr. Ingo Großhans, Teilbereichsleiter Strahlenschutz im Kernkraftwerk Gundremmingen, die Bestimmungen und das technische Vorgehen bei der Freigabe von Abbaumaterialien aus dem radiologisch überwachten Kontrollbereich des Kraftwerks. Nach Vortrag, Experimenten und Diskussion im Info-Zentrum hatten die Besucher die Möglichkeit, die Freimesseinrichtungen im Technologiezentrum Gundremmingen zu besichtigen und in Aktion zu erleben.

Fokus-Vortrag zum Freigabeverfahren für abgebaute Anlagenteile


03.02.2016: Fokustag Umgebungsüberwachung

Dr. Ingo Großhans, Teilbereichsleiter Strahlenschutz im Kernkraftwerk Gundremmingen, erläuterte in seinem Vortrag die gesetzlichen Grundlagen der Umgebungsüberwachung eines Kernkraftwerks und erklärte, wie die Ableitungen radioaktiver Stoffe aus dem Kernkraftwerk durch den Kraftwerksbetreiber und unabhängig auch durch die Aufsichtsbehörden gemessen werden. Auch das Vorgehen bei der radiologischen Überwachung der Kraftwerksumgebung mit Probennahmen und Messgeräten stellte er vor. Anschließend hatten die Besucher des Fokustages Gelegenheit, ihre Fragen mit Dr. Großhans zu diskutieren und ein Messfahrzeug des Strahlenschutzes zu besichtigen.

Fokus-Vortrag Umgebungsüberwachung


18.11.2015: Wanderausstellung "KKW Gundremmingen im Gespräch"

Die Ausstellung "KKW Gundremmingen im Gespräch" gibt einen Überblick über zahlreiche Aspekte des geplanten Anlagenabbaus. Zudem haben Besucher die Möglichkeit, direkt mit den Fachleuten des Kernkraftwerks ins Gespräch zu kommen, sich über die Planungen zum Abbau der Anlage zu informieren und ihre Fragen zu diskutieren. Station macht die Ausstellung in den Nachbargemeinden des Kernkraftwerks Gundremmingen. Die bisherigen Ausstellungstermine:

  • 01.06.2016 Holzheim/Weisingen
  • 17.04.2016 Aislingen
  • 10.04.2016 Dillingen
  • 10.03.2016 Rathaus Günzburg
  • 27.01.2016 Rathaus Lauingen
  • 18.11.2015 Auwald-Sportzentrum Gundremmingen

Ausstellungsplakate "KKW Gundremmingen im Gespräch"


12.11.2015: Fokustag Gesamtvorhaben und Genehmigungsverfahren

Rund 40 Gäste sind am 12. November 2015 der Einladung des Kernkraftwerks Gundremmingen in das Info-Zentrum gefolgt. Beim ersten Fokustag, zugleich Auftaktveranstaltung der der Informations-Initiative "KKW Gundremmingen transparent!", erläuterte Dr. Cord-Henrich Lefhalm, Fachbereichsleiter Genehmigungen in der Kernenergiesparte der RWE Power AG, den Ablauf des Genehmigungsverfahrens und diskutierte mit den Besuchern ihre Fragen und Anregungen.

Fokus-Vortrag Gesamtvorhaben und Genehmigungsverfahren


22.10.2015: Informations-Initiative "KKW Gundremmingen transparent!" gestartet

Mit dem Ziel, die interessierte Öffentlichkeit von Anfang an transparent über die Planungen zum späteren Abbau des Kraftwerks und über das hierfür laufende Genehmigungsverfahren zu informieren, startet das Kernkraftwerk Gundremmingen die Informations-Initiative "KKW Gundremmingen transparent!". Die Informations-Initiative möchte mit zielgruppenspezifischen Informations- und Dialogangeboten den unterschiedlichen Informationsbedürfnissen in der Region gerecht werden. Das Spektrum reicht von thematisch breitflächig angelegten Informationstagen, über Fokustage mit Vor-Ort-Besuchen in der Anlage, die sich intensiv einem Thema widmen, bis hin zu Expertengesprächen für Fachinteressierte.

Presse-Information zum Start der Informations-Initiative


22.10.2015: Scoping-Termin auf Einladung der Genehmigungsbehörde

Bei einer so umfangreichen Maßnahme wie dem Abbau eines Kernkraftwerkes ist es nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) und nach der Atomrechtlichen Verfahrensverordnung (AtVfV) vorgesehen, auch die Umweltauswirkungen des geplanten Vorhabens zu untersuchen. Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist Teil des atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens. Die federführende Behörde ist das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV).

Am 22. Oktober 2015 fand auf Einladung des Ministeriums der Scoping-Termin zum Antrag auf Abbau nicht mehr benötigter Anlagenteile statt. Das Ministerium hatte Träger öffentlicher Belange aus Verwaltung, Verbänden und lokalen Bürgerinitiativen zu diesem Termin eingeladen, um den erforderlichen Umfang der Umweltverträglichkeitsuntersuchung festlegen zu können. Der Termin war nicht öffentlich. Die Öffentlichkeitsbeteiligung ist für einen späteren Zeitpunkt im Genehmigungsverfahren vorgesehen.

Im Auftrag des Kernkraftwerks Gundremmingen hatte das Ingenieurbüro Kling Consult aus Krumbach ein Scopingpapier erstellt, das den Teilnehmern des Termins im Vorfeld zugegangen ist.

Scopingpapier Kling Consult
Anlagen zum Scopingpapier

Erläuterung Scoping (allgemein): Der Begriff "Scoping" basiert auf den englischen bzw. griechischen Bezeichnungen für "Schauen", "Betrachten" und "Beobachten". In einem Scoping-Termin wird festgelegt, welche Informationen die zuständige Genehmigungsbehörde benötigt, um die Umweltgesichtspunkte eines Projektes umfassend und sachgerecht bewerten zu können. Der Termin zeigt dem Antragsteller, welche Informationen die Umweltverträglichkeitsuntersuchung, die der atomrechtlichen Genehmigungsplanung beizufügen ist, enthalten muss und welche Unterlagen der Antragsteller hierfür vorzulegen hat.


11.12.2014: Antrag auf Abbau nicht mehr benötigter Anlagenteile in Block B

RWE Power hat am 11. Dezember bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV), einen Antrag zum Abbau nicht mehr benötigter Anlagenteile in Block B gestellt. Der Antrag bezieht sich auf Abbautätigkeiten, die in der Zeit nach dem Ende der Stromproduktion in Block B ab Ende 2017 durchgeführt werden sollen.

Antrag auf Abbau nicht mehr benötigter Anlagenteile in Block B

Zu diesem Antrag, der das Genehmigungsverfahren einleitet, wird der Kraftwerksbetreiber voraussichtlich bis Ende 2015 eine Vielzahl weiterer Unterlagen entsprechend den Anforderungen der Atomrechtlichen Verfahrensverordnung (AtVfV) bei der Genehmigungsbehörde einreichen. Neben einer Beschreibung des gesamten geplanten Vorhabens werden diese umfangreichen Unterlagen eine detaillierte Erläuterung enthalten, wie der Abbau der nicht mehr benötigen Anlagenteile organisatorisch abgewickelt werden soll und mit welchen technischen Verfahren dies erfolgen wird.

Bestandteil des Genehmigungsverfahrens ist darüber hinaus eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Hierzu wird RWE Power die Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt untersuchen und erläutern, wie mit anfallenden Reststoffen und Abfällen umgegangen wird. Zudem ist eine Beschreibung der Maßnahmen vorgesehen, mit denen den Anforderungen des Strahlenschutzes, des Brandschutzes und des Arbeitsschutzes Rechnung zu tragen ist, denn wie schon beim Betrieb des Kraftwerks kommt der Sicherheit für Mensch und Umwelt auch bei dessen Abbau oberste Priorität zu.

Ein wichtiger Schritt ist die im Verfahren vorgesehene Öffentlichkeitsbeteiligung. Hierzu wird das StMUV relevante Unterlagen öffentlich auslegen und den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit einräumen, zu dem Vorhaben Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahmen und mögliche Einwendungen werden in einem Erörterungstermin behandelt und fließen in die behördliche Entscheidung über den Antrag ein.

Abbauarbeiten in einem Kernkraftwerk
Abbauarbeiten in einem Kernkraftwerk