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Entsorgung von Kernkraftwerken: Eine technisch gelöste Aufgabe

Beim Betrieb der Kernkraftwerke – aber auch bei der Nutzung radioaktiver Stoffe in Industrie, Forschung und Medizin – entstehen radioaktive Abfälle. Bei ihrer Entsorgung, d.h. bei allen Schritten der Behandlung, Zwischenlagerung und Endlagerung, hat der Schutz von Mensch und Umwelt höchste Priorität.

Deshalb müssen die radioaktiven Abfälle so behandelt werden, dass unzulässige Konzentrationen von Radionukliden in der Biosphäre ausgeschlossen sind. Dafür stehen erprobte Verfahren, Einrichtungen und Behälter zur Verfügung.

Die Entsorgung abgebrannter Brennelemente kann über die Wiederaufarbeitung im Ausland (in Deutschland gesetzlich befristet bis Mitte 2005) oder über die direkte Endlagerung erfolgen.

Die Wiederaufarbeitung und die Verwertung der dabei abgetrennten Kernbrennstoffe sind seit den 70er Jahren bewährte Praxis. Die vertragsgemäß zurückzunehmenden hochradioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung werden in Zwischenlager transportiert und dort bis zur Endlagerung sicher gelagert.

Auch für die direkte Endlagerung stehen zum Transport und zur Zwischenlagerung der abgebrannten Brennelemente erprobte Behälter – beispielsweise aus der CASTOR®- Familie – zur Verfügung. Die Zwischenlagerung erfolgt in den zentralen Lagern Gorleben und Ahaussowie in dezentralen Standortzwischenlagern.

Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Brennelemente endlagergerecht konditioniert und verpackt. Zur Erprobung und Optimierung dieser Aufgabe existiert die Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) in Gorleben.

Für die Behandlung der Abfälle aus Betrieb und Stilllegung der Kernkraftwerke stehen ebenfalls bewährte Techniken zur Verfügung. Die konditionierten Abfälle werden bis zur Öffnung des Endlagers an den Kraftwerksstandorten oder in zentralen Lagern (Landessammelstellen, z.B. Mitterteich) zwischengelagert.

Weltweit gilt die Endlagerung in tiefen geologischen Formationen als die sicherste Methode für die Endlagerung radioaktiver Abfälle.

Nach dem Atomgesetz ist in Deutschland für die Endlagerung radioaktiver Abfälle der Bund verantwortlich. Die Kosten für Errichtung, Betrieb und Verschluss eines Endlagers tragen die Abfallverursacher – also zum größten Teil die Energieversorgungsunternehmen. Dabei ist den Betreibern der deutschen Kernkraftwerke gesetzlich vorgeschrieben, für die Entsorgung Rückstellungen zu bilden, um die Finanzierung abzusichern.

Für 95 Prozent der in Deutschland anfallenden radioaktiven Abfallmenge ist diese Frage bereits gelöst. Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeerzeugung (schwach- und mittelradioaktive Abfälle) werden künftig im Schacht Konrad eingelagert. Das ehemalige Eisenerzbergwerk wurde Anfang 2007 nach einem geordneten Planfeststellungsverfahren als Endlager genehmigt.

Das im Juli 2013 verabschiedete neue "Standortauswahlgesetz für ein Endlager für wärmeerzeugende radioaktive (hochradioaktive) Abfälle" sieht eine neue Suche nach einem geeigneten Endlager für die restlichen 5 Prozent der Abfälle in einem mehrstufigen Verfahren vor. Darauf haben sich Bund, Länder und Parteien verständigt.

Diese kurze Übersicht zeigt, dass die Entsorgung radioaktiver Abfälle technisch gelöst und ganz überwiegend gängige Praxis ist. Lediglich die Umsetzung des letzten Entsorgungsschritts, nämlich die Endlagerung an einem konkreten Standort, steht aufgrund politischer Einflussnahme noch aus.

Weiterführende Informationen:

Entsorgung von Kernkraftwerken - Eine technisch gelöste Aufgabe; Broschüre VGB Tech e.V., 2011 www.vgb.org www.kernenergie.de www.energie-fakten.de www.dbe.de

Schema Entsorgungswege für Brennelemente
Lagerbecken mit Brennelementwechselmaschine
Lagerbecken mit Brennelementwechselmaschine
Belegung des Standortzwischenlagers mit 17 CASTOR-Behältern
CASTOR-Behälter im Standortzwischenlager
Endlager Gorleben in der Erkundung
Bergwerk zur Erkundung des Salzstocks Gorleben (Quelle: DBE)
Schachtanlage Konrad
Schachtanlage Konrad (Quelle: DBE)