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Das Standortzwischenlager (SZL) für abgebrannte Brennelemente

Das SZL befindet sich circa 150 Meter vom Reaktorgebäude entfernt, am nördlichen Kraftwerkszaun auf dem Betriebsgelände des Kernkraftwerks Gundremmingen. Dadurch ist der Transportweg des CASTOR®-Behälters vom Reaktorgebäude zum SZL kurz und öffentliche Verkehrswege müssen nicht genutzt werden.

Das Lagergebäude ist 104 Meter lang, 38 Meter breit und 18 Meter hoch. Es gleicht von außen einer gewöhnlichen Industriehalle, ist aber mit seinen 0,85 Meter starken Außenwänden und dem 0,55 Meter dicken Dach - beide aus Stahlbeton - eine äußerst robuste Konstruktion.

Das SZL bietet 192 CASTOR®-Behältern mit abgebrannten Brennelementen Platz. Damit ist die Hallengröße so bemessen, dass sie in jedem Fall ausreicht: einerseits für die im bereits gefüllten Abklingbecken befindlichen Brennelemente aus dem zurückliegenden Betrieb des Kraftwerks; andererseits für jene Brennelemente, die während der verbleibenden, heute geplanten Betriebsdauer noch anfallen.

Der Betriebsablauf

Der mit abgebrannten Brennelementen beladene CASTOR®-Behälter wird nach der Beladung im Reaktorgebäude auf dem kraftwerksinternen Schienenweg zum SZL transportiert. Nach erfolgter Eingangskontrolle wird der Behälter in den Empfangsbereich des Lagergebäudes gefahren und für die Einlagerung vorbereitet. Das Strahlenschutzpersonal führt das erforderliche Messprogramm am Behälter durch. Behälterspezifische Prüfvorschriften regeln die Durchführung und Auswertung der Messungen, die anschließend dokumentiert werden. Danach wird der Behälter mit dem Lagerhallenkran in den Lagerbereich transportiert, auf die vorgesehene Position abgesetzt und an das Behälterüberwachungssystem angeschlossen.

Die radioaktive Verträglichkeit

Auch für die Menschen, die in der umliegenden Region des Kraftwerks leben, ist die zusätzliche Strahlenexposition vernachlässigbar. Dies gilt auch bei vollständig gefülltem Zwischenlager. Selbst wenn man sich ein ganzes Jahr unmittelbar am Zaun aufhielte, wäre die zusätzliche Strahlenexposition von 0,1 Millisievert sehr klein. Diese Größe entspricht etwa einer einfachen Röntgenaufnahme. Die durchschnittliche natürliche Strahlenexposition in Deutschland, der jeder Mensch ausgesetzt ist, beträgt 2,4 Millisievert pro Jahr. Auch im Innern des Gebäudes ist die Belastung so gering, dass die Betriebsmannschaft dort gefahrlos arbeiten kann. Die Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung werden dabei weit unterschritten. Die Menschen, die im Kraftwerk arbeiten, haben viel Erfahrung und sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie arbeiten hautnah mit einer ausgereiften und bewährten Technik, auf die man auch in Gundremmingen vertrauen kann.

Belegung des Standortzwischenlagers mit 17 CASTOR-Behältern
CASTOR-Behälter im Standortzwischenlager
Standortzwischenlager
Standortzwischenlager
Schnittzeichnung Reaktorgebäude / Standortzwischenlager mit Transportweg