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Die Funktion des Siedewasserreaktors

Die Brennelemente, die das Urandioxid bzw. Mischoxid enthalten, befinden sich in dem zu etwa zwei Drittel mit Wasser gefüllten Reaktordruckbehälter. Das Wasser strömt von unten nach oben durch den Reaktorkern bestehend aus 784 Brennelementbündeln und führt die in den Brennstäben entwickelte Wärme ab. Ein Teil des Wassers verdampft.

Nach einer Dampf-Wasser-Trennung im oberen Bereich des Druckbehälters wird dieser Sattdampf mit einer Temperatur von 286 Grad Celsius und einem Druck von 70 bar direkt der Turbine zugeführt. Die Dampfmenge beträgt bis zu 7.477 Tonnen Dampf pro Stunde.

Die Turbine ist mit einem Drehstromgenerator gekoppelt, der eine Leistung von 1.344 Megawatt (Wirkleistung) bei einer Spannung von 27 Kilovolt liefert. Die Frequenz beträgt 50 Hertz.

Das im Reaktordruckbehälter nicht verdampfte Wasser fließt in dem Ringraum zwischen Druckbehälter und Reaktorkern wieder nach unten, wobei es sich mit dem aus dem Kondensator zurück gepumpten Speisewasser vermischt. Die im Druckbehälter vorhandenen Pumpen wälzen das Kühlmittel (Wasser) um. Durch eine Veränderung der Drehzahl dieser Pumpen kann die Umwälzmenge des Kühlmittels geändert und dadurch die Reaktorleistung gesteuert werden. Bei der Nennleistung des Reaktors strömen pro Stunde rund 51.500 Tonnen Kühlmittel durch seinen Kern.

Der aus der Turbine austretende Dampf wird im Kondensator verflüssigt. Dazu sind pro Stunde etwa 160.000 Kubikmeter Kühlwasser erforderlich, das in einem separaten Kühlturm-Kühlwasserkreislauf umgewälzt und der Kühlturmtasse entnommen wird. Das Speisewasser wird durch Vorwärmanlagen auf eine Temperatur von 215 Grad Celsius gebracht und dem Reaktor wieder zugeführt.

Die 193 Steuerstäbe, die das neutronenabsorbierende Material (Borkarbid) enthalten, werden elektromotorisch (Normalbetrieb) oder hydraulisch (Schnellabschaltung) von unten in den Reaktorkern eingefahren oder wieder herausgezogen.

Aus dem Sicherheitsbehälter führen die Rohrleitungen in das Maschinenhaus. Da der Dampf nicht frei von radioaktiven Verunreinigungen ist, muss auch das Maschinenhaus in eine Sicherheitsabschirmung einbezogen sein. Außerdem sind eine Reihe weiterer Sicherheitseinrichtungen eingebaut, um bei einer Störung eine sofortige Unterbrechung des Dampfstromes zum Maschinenhaus zu erreichen.

Der Reaktordruckbehälter mit den Brennelementen ist ein zylindrischer Stahlbehälter. Er ist mit einem ein Meter dicken Betonschild abgeschirmt und befindet sich zusammen mit einer Reihe weiterer Anlagenteile und Sicherheitseinrichtungen in einem Sicherheitsbehälter aus 1,2 Meter dickem Spannbeton. Das Reaktorgebäude, bestehend aus 1,8 Meter starkem Stahlbeton, bildet die äußere Umschließung.