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Das Reaktorgebäude

Im Reaktorgebäude befindet sich der Reaktordruckbehälter (1), ein 22 Meter hoher Stahlbehälter mit einem Durchmesser von 7 Metern. Der Reaktor enthält insgesamt 784 Brennelementbündel - den so genannten Reaktorkern (2) - und ist zu etwa zwei Drittel mit Wasser gefüllt. Das Wasser wird mit acht Hauptumwälzpumpen (4) von unten nach oben durch den Reaktorkern gedrückt. Die durch Kernspaltung entstehende Wärme verdampft einen Teil des Wassers. Der Dampf wird anschließend über vier Frischdampfleitungen (5) auf die Turbine geführt, anschließend im Kondensator abgekühlt. Über vier Speisewasserleitungen (6) wird das Wasser wieder in den Reaktordruckbehälter zurückgeführt.

Mit den Steuerstabantrieben (3) werden die Steuerstäbe, gefüllt mit dem Neutronenabsorber Borkarbid, im Reaktorkern verfahren. Durch Ein- bzw. Ausfahren der Steuerstäbe wird die Anzahl der bei der Kernspaltung entstehenden Neutronen und somit die Leistung im Reaktor reguliert.

Der Reaktordruckbehälter ist von einem ein Meter dicken biologischen Schild (11) und einem mit einer Stahldichthaut ausgekleideten zylindrischen Sicherheitsbehälter (7) aus 1,2 Meter starkem Spannbeton umgeben. Die äußere Umschließung, das Reaktorgebäude, besteht aus 1,8 Meter starkem Stahlbeton und bietet Schutz vor äußeren Einwirkungen.

Während der jährlichen Revisionen der Kraftwerksblöcke werden auch ein Fünftel der Brennelemente im Reaktorkern ausgetauscht. Durch Einfahren aller Steuerstäbe mit voller Länge in den Reaktorkern wird die Kettenreaktion unterbrochen und damit der Reaktor abgeschaltet. Nach Druckentlastung und Abkühlung werden Ladedeckel (8) und Reaktordruckbehälter-Deckel (16) geöffnet. Für den Brennelementwechsel werden Flutraum (13) und Dampfabscheiderbecken (14) mit Wasser aus der Kondensationskammer (9) gefüllt. Anschließend werden die abgebrannten Brennelementbündel aus dem Reaktorkern mit Hilfe der Lademaschine (15) unter Wasser über eine Schleuse in das Lagerbecken (12) transportiert.

Die Kondensationskammer (9), eine mit ca. 3.000 Kubikmeter Wasser gefüllte Sicherheitseinrichtung, ist Bestandteil des Druckabbausystems. Bei einem Bruch einer Dampf- oder Speisewasserleitung wird der entstehende Dampfdruck durch das Druckabbausystem abgebaut. Der austretende Dampf wird innerhalb des Sicherheitsbehälters über Kondensationsrohre (10) in die Kondensationskammer geführt und kondensiert. Nachkühlsysteme sorgen für eine ausreichende Wärmeabfuhr und Kühlung.


1 Reaktordruckbehälter 2 Reaktorkern 3 Steuerstabantrieb 4 Hauptumwälzpumpen 5 Frischdampfleitung 6 Speisewasserleitung 7 Sicherheitsbehälter 8 Ladedeckel 9 Kondensationskammer 10 Kondensationsrohre 11 Biologischer Schild 12 Lagerbecken 13 Flutraum 14 Dampfabscheiderbecken 15 Lademaschine 16 Reaktordruckbehälter-Deckel