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Die Kühltürme - ganz schön cool

Wir kennen das vom Auto: Ein Großteil der Energie im Treibstoff verpufft als Abwärme. Der Motor nutzt nur etwa 20 bis 25%.

Im Kraftwerk ist es ähnlich: Aus physikalischen Gründen lässt sich etwas mehr als ein Drittel der im Reaktor erzeugten Wärme zur Stromerzeugung nutzen.

Nachdem der Dampf in der Turbine seine Arbeit verrichtet hat gibt er im Kondensator seine Restwärme an das Kühlwasser ab. Dieses Kühlwasser wird aus einem separaten Kühlturm-Wasserkreislauf bezogen. Das Kühlwasser im Kühlturmkreislauf der beiden Gundremminger Kraftwerksblöcke entzieht also in den Kondensatoren unterhalb der Turbinen dem Dampf die restliche Wärme und verwandelt ihn damit in Wasser zurück. Dieses Wasser wird dann wieder in den Reaktordruckbehälter zurückgepumpt. Das erwärmte Kühlwasser wiederum wird im Kühlturm abgekühlt.

Die beiden Gundremminger Kühltürme sind 160 Meter hoch. Das erwärmte Kühlwasser aus dem Kondensator strömt in die Kühltürme, wird auf 12 Meter hoch gepumpt und rieselt über Platten nach unten in ein Auffangbecken. Bei den Kühltürmen am Standort Gundremmingen handelt es sich um Naturzug-Nasskühltürme, die einen natürlichen aufsteigenden Luftzug zum Kühlen des Wassers nutzen. Zusätzliche Komponenten, wie beispielsweise Ventilatoren, sind nicht notwendig. Im Luftzug kühlen die feinen Tropfen des warmen Kühlwassers ab. Dabei verdunstet ein Teil des Kühlwassers und wird von der Zugluft mit nach oben gerissen: So entsteht, abhängig von der Wetterlage, die typische Dampffahne. Der weit überwiegende Teil des Wassers wird zurück zum Kondensator gepumpt. Im Kühlturm auftretende Verdunstungsverluste werden durch gereinigtes Wasser aus der Donau ausgeglichen. Barrieren verhindern zuverlässig, dass das Kühlwasser mit Radioaktivität belastet ist.

Blick auf einen Kühlturm des Kernkraftwerks Gundremmingen
Blick auf einen Kühlturm des Kernkraftwerks Gundremmingen
Längsschnitt des Kühlturms mit Darstellung der Funktionsweise
Längsschnitt des Kühlturms mit Darstellung der Funktionsweise