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Strahlenschutz und Umwelt

Zwei wichtige Grundbegriffe

Bei der Messung und Bewertung von Umwelteinwirkungen spricht man von Emissionen und Immissionen.

Als Emission bezeichnet man die Ableitungen des Kraftwerks über die Luft oder das Wasser. Was davon in der Umwelt ankommt, ist eine Immission.

Für die Strahlenbelastung des Menschen sind in der Strahlenschutzverordnung Grenzwerte für die Immission vorgeschrieben. Die Emissionen dürfen daher nur so hoch sein, dass die Einhaltung der Immissionsgrenzwerte sicher gewährleistet ist. Deshalb sind in der Betriebsgenehmigung des Kraftwerks Genehmigungswerte für die in die Umwelt abgeleitete Menge an Radioaktivität festgelegt.

Die mit der Fortluft abgeleitete Aktivität wird direkt am Kamin gemessen, über den das Kraftwerk Luft in die Atmosphäre ableitet. Die mit dem Wasser abgeleitete Aktivität wird vor der Ableitung an den Fluss ermittelt. Zur Überwachung der Immission wird die Radioaktivität im Rahmen der sogenannten Umgebungsüberwachung an vielen Stellen im Umkreis der Anlage gemessen, zum Beispiel im Boden, im Grundwasser, in Wasserpflanzen und in der Kuhmilch.

Der Mensch ist Strahlung in mehrfacher Hinsicht ausgesetzt. Sie kommt aus natürlichen und zivilisatorischen, also vom Menschen gemachten Quellen.

Strahlung aus natürlichen Quellen

Die Bevölkerung der Bundesrepublik ist im Mittel einer natürlichen Strahlenexposition von etwa 2,1 Millisievert pro Jahr (mSv/a) ausgesetzt. Diese setzt sich zusammen aus der kosmischen Strahlung und der Exposition der durch sie erzeugten radioaktiven Elemente (0,3 mSv/a), der terrestrischen Strahlung (Böden/Gesteine; 0,3 mSv/a), dem Zerfall von im Boden enthaltenem Radon (1,1 mSv/a) und der Eigenstrahlung des menschlichen Körpers durch Nahrungsaufnahme (0,4 mSv/a).

Strahlung aus zivilisatorischen Quellen

Außer der natürlichen Strahleneinwirkung ist der Mensch einer zivilisatorisch bedingten, also künstlichen Strahleneinwirkung von durchschnittlich ebenfalls rund 2,0 mSv/a ausgesetzt. Den größten Anteil daran haben medizinische Anwendungen, wie Röntgenuntersuchungen, mit etwa 1,8 mSv/a. Wer täglich 20 Zigaretten raucht, setzt sich jährlich etwa 9 mSv aus. Ein dreistündiger Flug in zehn Kilometern Höhe, also etwa ein Flug auf die Kanarischen Inseln, bringt ca. 0,01 mSv mit sich.

Bei der Stromerzeugung in Kernkraftwerken entsteht ebenfalls künstliche Radioaktivität, die in geringen Mengen in die Umwelt abgeleitet werden darf. Die kontinuierlich gemessenen Strahlendosiswerte in der Umgebung eines Kernkraftwerks zeigen aber, dass die zusätzliche Strahleneinwirkung in der Umgebung eines Kernkraftwerks so niedrig ist, dass sie messtechnisch nicht vom natürlichen Untergrund unterschieden werden kann. Die Strahlenexposition der Bevölkerung kann daher nur rechnerisch ermittelt werden. Hierzu werden komplexe Berechnungsverfahren angewendet, welche konservative Ausbreitungsmodelle und Annahmen zu Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der Menschen beinhalten. Neben den Ableitungswerten des Kraftwerks gehen auch am Standort aufgezeichnete Wetterdaten in die Betrachtung ein.

Die so rechnerisch bestimmte Strahlendosis durch ein Kernkraftwerk beträgt weniger als 0,01 mSv/a und liegt damit deutlich unterhalb des festgelegten Dosisgrenzwerts. Sie ist sogar geringer als ein Prozent der natürlichen Strahlenexposition.

Umgebung des Kernkraftwerks – stets gut überwacht

Obwohl das Kernkraftwerk Gundremmingen nur geringste Mengen Radioaktivität ableitet – tatsächlich werden selbst die strengen Genehmigungswerte stets weit unterschritten, wird die gesamte Umgebung der Anlage ständig vom kraftwerkseigenen Labor und von unabhängigen Institutionen kontrolliert. Wie alle bayerischen Kernkraftwerke ist auch Gundremmingen an das Kernkraftwerks-Fernüberwachungssystem (KFÜ) des Bayerischen Landesamtes für Umwelt angeschlossen. In regelmäßigen Abständen werden automatisch Messwerte aus der Kraftwerksumgebung abgerufen, per Funk nach Augsburg übertragen und in der Behörde ausgewertet. Die Bewertung der Messergebnisse ist der Öffentlichkeit zugänglich.

Bei der Immissionsüberwachung liegt ein besonderes Augenmerk auf all dem, was in Gundremmingen und Umgebung für die menschliche Ernährung produziert wird. Auch Boden, Luft und Wasser rund um das Kraftwerk unterliegen regelmäßigen Kontrollen.

Über die aktuellen Emissionswerte, Dosisleistung und Konzentration an Schwebstoffen gebundener Radionuklide in der Umgebung informiert das Kernkraftwerk Gundremmingen hier.

Weitere Informationen

Archiv Überwachungsergebnisse 2012-2017 Broschüre des Deutschen Atomforums: Emissionen aus Kernkraftwerken und Strahlenbelastung (PDF, 625 kB) Broschüre des Bayerischen Landesamts für Umwelt: Radioaktivität und Strahlung
Expositionspfade
Expositionspfade radioaktiver Stoffe in der Umgebung eines Kernkraftwerkes
Umgebungsüberwachung im Umkreis von 10 Kilometern des Kraftwerks
Umgebungsüberwachung im Umkreis von 10 Kilometern des Kraftwerks