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Gästeinformationen zum 22. Kraftwerksgespräch; Umweltstaatssekretär Dr. Otmar Bernhard eröffnet modernisiertes Informationszentrum des Kernkraftwerks Gundremmingen

09.03.2007

Anlage erzielt 2006 bestes Produktionsergebnis seit Betriebsbeginn – Block C weltweit unter den besten 10 Kernkraftwerken

Das neu gestaltete Informationszentrum des Kraftwerks Gundremmingen ist offiziell eröffnet. Dr. Otmar Bernhard, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Dr. Gerd Jäger, Vorstandsmitglied der RWE Power AG, Ressort Kernkraftwerke/regenerative Energien sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, Erich K. Steiner, Sprecher der Geschäftsführung der E.ON Kernkraft GmbH und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, sowie die beiden Geschäftsführer des Kernkraftwerks, Dr. Helmut Bläsig (Technik) und Georg Büth (Kaufmann), übergaben am Freitag, 9. März 2007 das Informationszentrum seiner Bestimmung. Die Eröffnung fand, im Rahmen des 22. Kraftwerksgesprächs im Beisein von rund 180 Persönlichkeiten und Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben sowie der Presse in Bayerisch Schwaben statt. Schwerpunkte des traditionellen Informationsabends waren die Festansprachen von Staatssekretär Dr. Bernhard zur Zukunft der Bayerischen Energiepolitik und von RWE Power-Vorstand Dr. Gerd Jäger zur energiepolitischen Situation der Energieversorger sowie die Rückschau der Geschäftsleitung des Kernkraftwerks Gundremmingen auf ein sehr erfolgreiches Betriebsjahr 2006 und die Vorschau auf 2007.

„Mit unserem umfassend modernisierten Informationszentrum werden wir den Dialog mit der Öffentlichkeit intensivieren“, betonte Dr. Helmut Bläsig, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen. In viermonatiger Bauzeit ist die inzwischen wieder geöffnete Ausstellung für rund eine halbe Million Euro vollständig überarbeitet worden: neues Design, viele interaktive Elemente, Originalexponate aus dem Kraftwerk, Modelle und Infotafeln. Hiermit stellt sich das Kraftwerk auch weiterhin der öffentlichen Diskussion und leistet einen Beitrag zur Versachlichung der Energiediskussion. Das Ausstellungskonzept ist konsequent auf die Besucher und ihre Interessen am Kraftwerk ausgerichtet. Der Besucher kann sich dabei einen Eindruck von der ganzen Bandbreite der heutigen Energieversorgung verschaffen. Neben der ausführlichen Darstellung der Kernenergie ergänzen deshalb auch Porträts der anderen Energieträger Themen wie „Energiemix“ und „Zukunft der Stromversorgung“. Erfreulich: Trotz Umbaus kamen im vergangenen Jahr 8.000 Besucher ins Infozentrum. Seit Bestehen des Infozentrums haben sich in den vergangenen fast 30 Jahren ca. 570.000 Besucherinnen und Besucher informiert. „Mit dem neuen Angebot wollen wir wieder verstärkt Interesse wecken“, erklärt Bläsig.

Ziel der Bayerischen Staatsregierung: Breiter Energiemix

Staatssekretär Dr. Ottmar Bernhard führte anlässlich der offiziellen Wiedereröffnung des Gundremminger Infozentrums aus, dass die Bayerische Staatsregierung sich dem Zukunftsthema Nr. 1, der Energiepolitik, offensiv stelle. Es sei unabdingbar, auf eine nachhaltige Energieversorgung und Klimaschutz durch sparsamen und effizienten Einsatz von Energie und Ressourcen, auf die verstärkte Nutzung alternativer Energieformen und auf die Verringerung von Emissionen zu setzen. Bernhard betonte, dass Bayern bereits heute mit CO2-Emissionen von weniger als sieben Tonnen pro Kopf und Jahr eine der „klimafreundlichsten“ Regionen Europas sei und um knapp ein Drittel unter dem Bundesdurchschnitt liege. Diesen Spitzenplatz habe Bayern auch den hohen Anteilen der CO2-freien und CO2-neutralen Energieträger Wasser, Sonne, Biomasse, Erdwärme, Wind und Kernenergie bei der Stromerzeugung zu verdanken.
Das Ziel Bayerns sei weiterhin ein breiter Energiemix durch eine sinnvolle Kombination verschiedener Energieformen, die Risiken einseitiger Technologie- und Importabhängigkeiten minimiere und andererseits helfe, die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen. Hierzu gehöre der Ausbau erneuerbarer Energien und die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke. Staatssekretär Dr. Bernhard zeigte sich davon überzeugt, dass die klimapolitischen Ziele Bayerns ohne eine Verlängerung der Laufzeiten nicht erreichbar sind. Energiepolitik unter den heutigen Vorzeichen verlange daher prinzipielle Offenheit für alle Möglichkeiten der Energieerzeugung. Dabei gelte für Bayern: Sicherheit hat oberste Priorität! Wenn aber die Sicherheit gegeben ist, dann sollten die Kernkraftwerke auch genutzt werden können, um eine mögliche Versorgungslücke zu überbrücken.

RWE fordert sachliche Diskussion über die Energieversorgung von morgen

“Der Strom kommt bei uns in Deutschland mit hoher Zuverlässigkeit aus der Steckdose. Damit dieses hohe Versorgungsniveau in Zukunft erhalten bleiben kann, ist eine Menge zu tun!“. Mit diesen Worten stellte RWE Power-Vorstand Dr. Gerd Jäger die Herausforderungen mit Blick auf die zukünftige Energieversorgung heraus: Milliardeninvestitionen in Kraftwerke und Netze sind ebenso zu tätigen, wie die Sicherstellung der Versorgung mit Primärenergieträgern. Dem Klimawandel muss entschieden begegnet werden. Die in Deutschland derzeitig geführte Diskussion wird der großen Bedeutung der Stromversorgung für den Standort Deutschland in der Sache nicht gerecht. „Ich plädiere für einen verantwortungsvolleren Umgang aller Beteiligten mit diesen Themen in Deutschland“, forderte Dr. Gerd Jäger. Um die vor uns stehenden Aufgaben zu bewältigen, seien wir alle – Politik, Verbraucher und Energieversorgungsunternehmen – aktiv gefordert. Deutschland braucht dringend ein Energiekonzept, das die heute bestehenden Widersprüche aufklärt. Um die Zeit zu überbrücken, die die Bundespolitik für die Erarbeitung dieses Energiekonzeptes benötigt, hat die Branche Anträge auf Strommengenübertragung für verschiedene Kernkraftwerksblöcke gestellt. „Somit müssen bis zur Klärung der Frage, wie die Kernenergie angesichts der anspruchsvollen Ziele insbesondere beim Klimaschutz ersetzt werden soll, heute keine irreversiblen Tatsachen durch die Abschaltung von Kraftwerksblöcken geschaffen werden“, so Dr. Jäger. Die Verfahren dazu sind im Atomgesetz verankert. Die insgesamt festgelegte Strommenge aus deutschen Kernkraftwerken erhöht sich durch diese Übertragungen nicht. „Gerade vor diesem Hintergrund ist es absolut unverständlich, dass das Bundesumweltministerium beabsichtigt, den Antrag auf Strommengenübertragung aus dem Mülheim-Kärlich-Kontingent auf den Block A des RWE Power-Kernkraftwerks Biblis abzulehnen“, stellte Dr. Jäger fest. Er plädierte in diesem Zusammenhang für eine Versachlichung der Diskussion um die Kernenergie in Deutschland. Die Betreiber von Kernkraftwerken stehen hierbei als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung, um das vorhandene Wissen mit in eine Neubewertung der Kernenergie in Deutschland einzubringen.

Bestes Produktionsergebnis in der Standortgeschichte – Block C als einziger Siedewasserreaktor erstmal unter den Top Ten weltweit

Dr. Helmut Bläsig, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen, konnte den geladenen Gästen die beste bisher erzielte Produktionsbilanz in der Betriebsgeschichte des Standortes präsentieren. Seit Beginn der Stromerzeugung 1984 haben die beiden 1344-Megawatt-Blöcke zusammen rund 428 Milliarden Kilowattstunden produziert und so den Ausstoß von fast 430 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Mit der umweltfreundlichen Stromerzeugung von rund 21,7 Milliarden Kilowattstunden deckte das Kraftwerk im vergangenen Jahr mehr als ein Viertel des bayerischen Strombedarfs und entlastete Bayerns Atmosphäre um über 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Der Erzeugungsrekord des vergangenen Jahres beruht vor allem auch auf der Leistung der hervorragend ausgebildeten Betriebsmannschaft mit ihrer ausgeprägten Sicherheits- und Leistungskultur, was sich in einer hohen Verfügbarkeit, das heißt einem störungsfreien Betrieb der Blöcke spiegelt.

Insgesamt lief Block B im Jahr 2006 außerhalb der Stillstands- und Lastabsenkungszeiten im vollen Leistungsbetrieb. Er erzeugte rund 10,6 Milliarden Kilowattstunden Strom.
Zwischen 7. Mai und 4. Juni 2006 befand sich die Anlage in einer großen Jahresrevision mit Generatortausch und routinemäßigem Brennelementwechsel. Die Kosten für die Revision beliefen sich auf rund 45 Millionen Euro. Neben diversen Lastabsenkungen für Instandhaltungsmaßnahmen, verschiedene, zwingend erforderliche, so genannte wiederkehrende Prüfungen und Anforderungen des Lastverteilers, erfolgte zwischen dem 4. und 9. Dezember ein Kurzstillstand, um die im dortigen Maschinenhausbereich befindlichen Dübelanker zu sanieren, das heißt in den spezifikationsgerechten Zustand zu bringen, und den Reaktorkern zu kontrollieren. Seitdem läuft der Block ungestört mit voller Leistung. In 2007 ist für Block B im Sommer der routinemäßige Brennelementwechsel mit Kurzrevision geplant.

Auch Block C befand sich 2006 außerhalb der Stillstands- und Lastabsenkungszeiten im vollen Leistungsbetrieb und erzeugte rund 11,1 Milliarden Kilowattstunden. Damit erreichte der Block weltweit eine Platzierung unter den Top Ten in Sachen Erzeugung.
Am 12. November 2006 wurde Block C nach einem gut zehntägigen Stretch-out-Betrieb zum 20. Brennelementwechsel mit Kurzrevision abgefahren. Der Stillstand dauerte bis 28. November. In dieser Zeit wurden knapp ein Fünftel der Brennelemente getauscht und über 2.500 Arbeitsaufträge zur vorbeugenden Instandhaltung, kontinuierlichen Modernisierung sowie zu Reparatur- und Prüfmaßnahmen, darunter etwa 300 wiederkehrende Prüfungen, abgearbeitet. Parallel dazu erfolgte die Sanierung der Dübelverankerungen im Maschinenhausbereich zur Herstellung des spezifikationsgerechten Zustandes. Die Kosten für die Kurzrevision schlugen mit etwa 20 Millionen Euro zu Buche.
Bis auf den 21. Januar 2007 lief Block C bis dato störungsfrei im Volllastbetrieb. An dem genannten Tag wurde er für rund acht Stunden automatisch abgeschaltet, nachdem ein verzögertes Zeitsignal während eines Tests zur Prüfung und Optimierung des neuen elektronischen Spannungsreglers zum Auslösen des Generatorschutzes geführt hatte. Das elektronische Zeitsignal wurde neu justiert und das Kraftwerk konnte wieder angefahren werden. Dr. Bläsig fügte hinzu, dass der Test mit dem optimierten Spannungsregler am 11. März wiederholt wird.
Im Herbst diesen Jahres steht im Block C eine turnusgemäß große, mehrwöchige Jahresrevision an. Unter anderem sind die Öffnung der Turbine sowie eine sehr aufwändige Druckprobe des Reaktordruckbehälters vorgesehen, wie sie alle acht Jahre als wiederkehrende Prüfung vorgeschrieben ist.

In 2006 wurden der Aufsichtsbehörde, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, insgesamt zwölf Vorkommnisse für beide Blöcke (sechs bei Block B, fünf bei Block C, und ein blockübergreifendes), sowie im Januar 2007 jeweils ein Vorkommnis pro Block als meldepflichtige Ereignisse angezeigt. Dr. Bläsig hob hervor, dass ausnahmslos alle entsprechend der siebenstelligen Internationalen Nuklearen Ereignisskala (INES) der niedrigsten Stufe 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zugeordnet wurden.

Am 25. August 2006 erhielt das Kernkraftwerk Gundremmingen durch die Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde die Betriebs- und Einlagerungszustimmung für das Standortzwischenlager. An diesem Tag erfolgte aus Block B auch der Transport des ersten Behälters vom Typ CASTOR V/52 in das Zwischenlager.
Bis Ende September 2006 wurden sieben Behälter in Block B mit insgesamt 364 verbrauchten und mehrere Jahre abgeklungenen Brennelementen beladen und in das Standortzwischenlager eingelagert. Bei der achten CASTOR- Beladung kam es durch einen Kommunikationsfehler zwischen dem Kranführer und dem „Beladedirigenten“ neben dem CASTOR-Beladebecken zum Verkanten des inneren, sogenannten Primärdeckels mit der Behälterinnenwand. In der Woche vor Weihnachten wurde mit einer speziell angefertigten Abhebevorrichtung der 4,5 Tonnen schwere Deckel geöffnet und die 52 Brennelemente zurück ins Lagerbecken gestellt. Der betroffene CASTOR wird im Laufe des Jahres 2007 genauestens überprüft und, wo erforderlich, ertüchtigt, so, dass er als Zwischenlagerbehälter wieder eingesetzt werden kann.
Ende Januar diesen Jahres wurde im Block C eine neue Beladekampagne mit drei Behältern abgeschlossen, bei der 156 verbrauchte Brennelemente in der Standortzwischenlager gebracht wurden. Voraussichtlich im Sommer 2007 werden nochmals drei Behälter mit insgesamt 156 Brennelementen aus Block C beladen und ins Standortzwischenlager transportiert.
Im ehemaligen Maschinenhausbereich von Block A soll bis 2008 für rund sechs Millionen Euro ein Technologiezentrum entstehen. Dadurch können die in den vergangenen 20 Jahren gesammelten Erfahrungen beim Kraftwerksrückbau und im sorgfältigen Umgang mit radioaktiven Stoffen weiter genutzt werden. Darüber hinaus werden dort Kraftwerkskomponenten instand gehalten sowie Spezialwerkszeuge entwickelt, gebaut und gelagert. Die Detailplanungen für die Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen zum Beispiel an Lüftung, Aktivitätsüberwachung, Transportwegen und Elektrotechnik sind weitgehend abgeschlossen. Die atomrechtlichen Änderungsanträge sollen in Kürze gestellt werden, so, dass mit der Umsetzung noch in der ersten Jahreshälfte begonnen werden kann. Für bis zu 25 Mitarbeiter bedeutet dies die langfristige Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Dr. Bläsig betonte, dass das Technologiezentrum mit keiner zusätzlichen radioaktiven Belastung für den Standort verbunden sein wird. Die schon 1984 genehmigten Grenzwerte für die Blöcke B und C des Kernkraftwerks Gundremmingen bleiben unverändert erhalten.

Mit dem Erhalt des Umweltzertifikats nach der DIN ISO EN 14001 im September 2006 wurde das angestrebte Ziel erreicht, innerhalb kurzer Zeit alle drei Managementgebiete - Arbeitssicherheit (OHRIS - 21. Juli 2005), Qualität (DIN ISO EN 9001 - 25. Januar 2006) und Umwelt (DIN ISO EN 14001 - 18. September 2006) - von externen Stellen zertifizieren zu lassen. Hiermit wird auch gegenüber der Öffentlichkeit dokumentiert, dass das Kernkraftwerk Gundremmingen auf diesen Managementgebieten ebenfalls dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Mit der Verleihung der Zertifikate gehen jährliche Überprüfungsaudits durch externe Stellen einher. Alle drei Jahre müssen die Zertifikate neu erworben werden.

Das Kernkraftwerk Gundremmingen bietet rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anspruchsvolle, attraktive und sichere Arbeitsplätze. Weitere rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fremdfirmen sind dauerhaft auf der Anlage tätig.
Aufgrund der Altersstruktur der Belegschaft, die zu wesentlichen Teilen bereits in der Bauzeit beziehungsweise während der Inbetriebsetzung der Blöcke B und C eingestellt worden ist, befindet sich die Belegschaft des Standorts in der ersten Phase eines Generationswechsels, der sich noch deutlich verstärken wird. Dass dies unabwendbar ist, wird auch dadurch deutlich, dass es in 2006 eine Rekordzahl von 51 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gab, die für 25- beziehungsweise 40-jährige Betriebstreue geehrt wurden.
Wie schon 2005 gab es auch im vergangenen Jahr mit 31 neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Neueinstellungen als Verabschiedungen. Bis zu 250 Stellenneubesetzungen auf allen Ebenen und in allen im Kraftwerk vorkommenden Berufsrichtungen sind in den nächsten zehn Jahren vorgesehen. Ziel ist, das von den hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in über vier Jahrzehnten erarbeitete „Know-how“ für den Standort und damit für die Region zu erhalten.
Die hohe Attraktivität des Kernkraftwerks als Ausbildungsbetrieb zeigt sich daran, dass sich auf jeden Ausbildungsplatz bis zu 60 Schulabgänger bewerben. Vom Kraftwerk werden jedes Jahr rund 1,5 Millionen Euro in die Ausbildung von Bürokaufleuten, Informatikkaufleuten, Industriemechanikern, Elektronikern für Betriebstechnik und auch Köchen investiert. Speziell für die gewerblichen Auszubildenden gibt es ein eigenes modernes Ausbildungszentrum im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Blocks A. Im Kraftwerk befinden sich derzeit 34 junge Menschen in der Ausbildung. Sieben Auszubildende haben 2006 ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Sie wurden alle in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen, davon zwei unbefristet. Im Februar 2007 wurden wieder fünf junge Männer, die ihre Abschlussprüfungen erfolgreich bestanden haben, in Lohn und Brot übernommen, davon drei unbefristet.
Auf der Suche nach qualifiziertem Nachwuchs beteiligt sich das Kraftwerk an den Berufsinformationsbörsen des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft in Günzburg und Höchstädt ebenso wie am Career-Day der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Ulm. Der Career- Day bietet Technik- Studenten den direkten Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern.
Das Kernkraftwerk bietet bis zu 40 Diplomanden- und Praktikantenplätze sowie Stellen für Trainées an. Im vergangenen Jahr wurden vier Diplomanden bei ihrer Diplomarbeit betreut, ein Doktorand konnte seine Promotion erfolgreich beenden. Aktuell sind zwei Diplomarbeiten in Arbeit, weitere drei werden in nächster Zeit begonnen.
Ende 2006 haben drei Diplom-Ingenieure ihre dreijährige Schichtleiterausbildung und vier Meister ihre zweieinhalbjährige Reaktorfahrerausbildung erfolgreich beendet. Derzeit befinden sich 13 Diplom- Ingenieure und Meister in der Ausbildung zum Schichtleiter beziehungsweise Reaktorfahrer. Sie werden die altersbedingten Abgänge von Fachkundepersonal ersetzen. Sowohl im Rahmen der Erstausbildung als auch nach der Prüfung ist die regelmäßige Teilnahme an Simulatorkursen für das verantwortliche Schichtpersonals ein wesentlicher Aspekt ihrer Qualifikation. Wie Piloten müssen Schichtleiter und Reaktorfahrer durch regelmäßige Trainings, Wiederholungsschulungen und Kurse am kraftwerkseigenen Simulator im Simulatorzentrum Essen ihre Fachkunde nachweisen, um ihre Lizenz zu behalten.

Das Kernkraftwerk Gundremmingen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. „Über zwei Milliarden Euro sind bisher in den laufenden Betrieb der beiden Blöcke in Gundremmingen investiert worden“, verwies Dr. Bläsig auf die wirtschaftliche Bedeutung des Standortes. So flossen im vergangenen Jahr allein 37 Millionen Euro in Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen im Rahmen eines vorbeugenden Alterungsmanagements. Auch für die Firmen der Region ist das Kraftwerk ein bedeutender Auftraggeber: Im Vorjahr gingen Aufträge in Höhe von rund 25 Millionen Euro in die nähere Umgebung. 2007 wird das Kraftwerk erneut rund 180 Millionen Euro für de Betrieb sowie Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen aufwenden – die Region wird mit etwa 85 Millionen direkt profitieren. Die meisten der am Standort rund 1.000 Beschäftigten wohnen mit ihren Familien in der Umgebung des Kraftwerks. Sie tragen bei einem Kaufkraftvolumen von gut 50 Millionen Euro mit ihren Steuern und Abgaben, vor allem aber mit ihren privaten Einkäufen und Investitionen erheblich zur Wirtschaftskraft in der Region bei. Ebenso beleben die Revisionen, bei denen zweimal jährlich bis zu 1.500 Fachleute zusätzlich vor Ort sind, mit einer Kaufkraft von etwa drei Millionen Euro die regionale Wirtschaft.
Das Kraftwerk hat darüber hinaus erhebliche Effekte auf den Arbeitsmarkt in den Landkreisen Günzburg und Dillingen. Unter anderem durch die Ansiedlung von überregional und international arbeitenden Firmen werden weitere rund 1.000 Arbeitsplätze gesichert.

(Es gilt jeweils das gesprochene Wort)

 

Vlnr: Beim Mosaik-Zwischenlagerbehälter für nicht Wärme entwickelnde nukleare Reststoffe: Staatssekretär Dr. Bernhard, Dr. Jäger, Dr. Bläsig, KGG-Kfm. Geschäftsführer Georg Büth
Vlnr: Beim Rundgang: Dr. Jäger, Dr. Bläsig, Staatssekretär Dr. Bernhard
Knopfdruck: V.l.n.r.: Dr. Gerd Jäger, Vorstandsmitglied der RWE Power AG, Ressort Kernkraftwerke/regenerative Energien sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, Dr. Otmar Bernhard, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Erich K. Steiner, Sprecher der Geschäftsführung der E.ON Kernkraft GmbH und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, sowie die beiden Geschäftsführer des Kernkraftwerks, Georg Büth (Kaufmann) und Dr. Helmut Bläsig (Technik)
Schleife durchschneiden: V.l.n.r.: Dr. Helmut Bläsig, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen, Dr. Gerd Jäger, Vorstandsmitglied der RWE Power AG, Ressort Kernkraftwerke/regenerative Energien sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, Dr. Otmar Bernhard, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Erich K. Steiner, Sprecher der Geschäftsführung der E.ON Kernkraft GmbH und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, sowie die beiden , Georg Büth, kaufmännischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen
Vor der Infotafel zur Gemeinde Gundremmingen: V.l.n.r.: Georg Büth, kaufmännischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen, Dr. Gerd Jäger, Vorstandsmitglied der RWE Power AG, Ressort Kernkraftwerke/regenerative Energien sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, Dr. Otmar Bernhard, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Dr. Helmut Bläsig, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen, Bayerischer Landtagsabgeordneter Alfred Sauter, Erich K. Steiner, Sprecher der Geschäftsführung der E.ON Kernkraft GmbH und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, Erster Bürgermeister von Gundremmingen Wolfgang Mayer sowie Gundremmingens Pfarrer Richard Harlacher

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