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Presse-Gespräch

04.02.2009

Kernkraftwerk Gundremmingen: Rückblick 2008 – Vorschau 2009
Statement Christoph Quick, kaufmännischer Geschäftsführer
– Es gilt das gesprochene Wort –
* Steigende Mitarbeiterzahlen

* Sinkende Unfallzahlen

* Höherer Finanzaufwand


Der sichere Betrieb unserer Kraftwerksanlagen hängt ganz wesentlich von der Qualifikation, Motivation und Ausbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Sie arbeiten mit außergewöhnlichem Engagement nicht nur hier auf der Anlage, sondern auch außerhalb des Kraftwerkszauns in Vereinen, Organisationen und im privaten Umfeld für unseren Kraftwerksstandort. Das schätzen wir als Unternehmen sehr. Wir versuchen daher, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem breiten Fortbildungsangebot auf dem aktuellen Stand des Wissens zu halten. Deshalb investieren wir jedes Jahr allein in die laufenden Sicherheits- und Technikschulungen unserer Mitarbeiter und externen Dienstleister rund 3,5 Millionen Euro. Ein solcher Aufwand ist nicht nur ein Sicherheitsgewinn. Er fördert auch die Motivation.
In dem Betrag sind auch die jährlichen Simulatortrainings des verantwortlichen Schichtpersonals auf den Warten und die mehrjährigen Ausbildungen für neue Schichtleiter und Reaktorfahrer enthalten. Sowohl im Rahmen der Erstausbildung als auch nach der Prüfung ist die regelmäßige Teilnahme wesentlicher Bestandteil ihrer Qualifikation. Wie Piloten müssen Schichtleiter und Reaktorfahrer durch regelmäßige Trainings, Wiederholungsschulungen und Kurse im Simulatorzentrum Essen ihre Fachkunde nachweisen, um ihre Lizenz zu behalten. Wer sich einmal einen persönlichen Eindruck von diesem Zentrum verschaffen möchte, den lade ich herzlich nach Essen ein.

Im Rahmen dieser Ausbildung haben im Dezember acht Schichtleiter und Reaktorfahrer ihre rund dreijährige Zusatzausbildung nach behördlicher Prüfung erfolgreich abgeschlossen; weitere vier Schichtleiter werden ihnen in wenigen Wochen folgen.. Insgesamt befinden sich aktuell 16 Mitarbeiter in der Fachausbildung.

Wir haben 2008 unseren Weg fortgesetzt, den Know-how-Transfer aus über vier Jahrzehnten sicheren Kernkraftwerkbetrieb auf eine junge Generation von Facharbeitern und Ingenieuren sicherzustellen. Wie notwendig das ist, erschließt sich aus einigen Zahlen:

Im vergangenen Jahr haben wir mit 78 Jubilaren für 25-jährige Betriebszugehörigkeit einen neuen Rekord feiern können; mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Ich habe ganz bewusst feiern gesagt: Denn eine derartige lange Zugehörigkeit zu einem Unternehmen zeigen eine Verbundenheit und Loyalität, die heute alles andere als selbstverständlich ist.

Natürlich haben wir seit einigen Jahren auch zahlreiche Mitarbeiter, für die das Altersteilzeitmodell gilt mit Wechsel in die aktive, passive und schließlich Ruhestandsphase. Dadurch wird sich die Belegschaft durch Neueinstellungen kontinuierlich verjüngen und das über viele Jahrzehnte gesammelte Know how gesichert. 2008 haben wir daher 46 Mitarbeiter neu eingestellt, nur 18 (vorwiegend Teilnehmer an der Altersteilzeit) haben das Unternehmen verlassen.

In diesem Jahr sind bis zu 50 Neueinstellungen geplant, darunter acht für internationale Vorhaben. Es ist ja bekannt, dass RWE sich an diversen internationalen Kernkraftwerksprojekten in Großbritannien und Osteuropa beteiligen will, für die dringend Mitarbeiter gesucht werden. Auch hier bei uns werden diese Einsteiger auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet, um unser hohes Sicherheitsniveau auch ins Ausland zu exportieren.
Des Weiteren bieten wir wie schon seit vielen Jahren auch 2009 für den akademischen Nachwuchs bis zu 25 Praktikanten- und Diplomandenplätze. Wir wollen bis 2011 annähernd 90 neue Uni- und Fachhochschulabsolventen sowie Facharbeiter einstellen. Daher müssen wir die Bemühungen um qualifiziertes Personal unvermindert fortsetzen.

Ausbildung
Ein wichtiger Baustein bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften ist und bleibt die Ausbildung junger Leute in den Fachrichtungen Elektronik für Betriebstechnik, Industriemechanik, Kochen, Informatik und Bürokommunikation. Erstmal bilden wir in diesem Jahr zudem auch im Bereich Lagerlogistik aus. Speziell für die gewerblichen Berufe gibt es ein modernes Ausbildungszentrum mit einem hochqualifizierten Ausbilderteam. Um dem Nachwuchs den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern, erhalten alle Azubis nach der Prüfung das Angebot, zumindest ein Jahr bei uns im Kraftwerk zu bleiben. Einige planen aber ohnehin eine weiterführende Ausbildung oder ein Studium. 2008 haben wir so 11 junge Menschen übernommen, davon zwei unbefristet. 2009 werden es voraussichtlich weitere 10 sein; die Prüfungen beginnen in wenigen Tagen.
Dass wir über den eigenen Bedarf ausbilden, hat für uns auch etwas mit der Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung zu tun.

Aktuell haben wir 40 junge Leute in der Ausbildung, ab September 2009 werden 43 Ausbildungsplätze besetzt sein – neuer Rekord! Wie begehrt die sind, sieht man an den Bewerbungszahlen: Rund 170 Schulabgänger haben sich um die 13 Stellen beworben. Der große Zulauf ist jedoch kein Zufall. Deshalb bieten wir zum Beispiel einwöchige Schnupperlehren an, wie sie im bayerischen Schullehrplan festgeschrieben sind. 2008 konnten wir 42 Schnupperlehrlinge begrüßen, für dieses Jahr haben wir 35 Jugendlichen eine Zusage gegeben.
Weitere Bausteine unserer Nachwuchssuche sind Teilnahmen an den Berufsinformationsbörsen (BIB) des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft in Günzburg im Herbst und in zehn Tagen am 14. Februar in Höchstädt sowie am Girls’Day am 23. April. Bei allen diesen Veranstaltungen bieten wir den jungen Interessenten Einblicke in die verschiedenen Berufsfelder in einem Kernkraftwerk.

Arbeits- und Gesundheitsschutz als Dauerthema
Sicherheit hat höchste Priorität – das gilt nicht nur für den Betrieb der Anlage. Das gilt vor allem auch für die Beschäftigten. Wir tragen als Unternehmen für über 1.150 Mitarbeiter(Innen) die Verantwortung, dass sie genauso gesund wieder von der Arbeit heimkehren, wie sie ihre Arbeit aufgenommen haben. In Revisionszeiten sind es sogar über 3.000 Menschen auf der Anlage. Daher nimmt das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz dauerhaft einen Spitzenplatz sowohl bei uns als auch konzernweit ein. Seit drei Jahren setzen wir Maßnahmen um, die die eigenen Mitarbeiter wie auch die Fremdfirmenmitarbeiter sensibilisieren sollen. Die Analyse von Arbeitsunfällen zeigt, dass bis zu zwei Drittel verhaltensbedingt sind. Motto: Mir wird schon nichts passieren … Deshalb setzen unsere Maßnahmen beim Mitarbeiter an. Ich will das an einigen Beispielen erläutern:
• videogestützte Eingangsschulung über wichtige Themen, zum Beispiel Arbeiten unter schweren Lasten, Minimierung von Absturzgefährdungen oder zwingende Benutzung der „Persönlichen Schutzausrüstung“,
• umfangreiche Schulungen für Fremdfirmenmitarbeiter, die im Rahmen ihrer Arbeitsaufträge Führungs- und Personalverantwortung in der Anlage tragen,
• Begutachtung neuer externer Dienstleistungsunternehmen durch das Kernkraftwerk vor Auftragserteilung sowie regelmäßige Prüfung bekannter Vertragspartner insbesondere im Hinblick auf eigene eingeführte und überwachte Systeme zum Arbeits- und Gesundheitsschutz,
• Koordination der Fremdfirmen-Gewerke durch zusätzliche Mitarbeiter für den Arbeits- und Gesundheitsschutz,
• abgestufte Sanktionen: vom Dialog bei erstmaliger Missachtung der Arbeitssicherheitsvorschriften bis hin zum Verweis vom Kraftwerksgelände bei Wiederholungen.

Wir sind auf einem guten Weg. Das zeigt auch die Statistik: Bei den eigenen Mitarbeitern sank 2008 die Zahl gemäß der international gebräuchlichen LTI-Darstellung (unfallbedingter Arbeitsausfall länger als eine achtstündige Arbeitsschicht) im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent. Solche Verbesserungen wollen wir künftig auch für die Mitarbeiter der externen Dienstleistungsunternehmen erreichen. Deshalb haben wir am 1. Januar 2009 zusätzlich das Arbeitsschutz-Fremdfirmen-Management (AFM) eingeführt. Ziel ist, bei den für uns tätigen Fremdfirmen das Verständnis und die Bereitschaft für die bei uns geltenden Arbeits- und Gesundheitsschutzregeln deutlich zu steigern. So erwarten wir zum Beispiel künftig von unseren Vertragspartnern eine offiziell anerkannte Zertifizierung ihres Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managements sowie einen Sicherheitspass für jeden Mitarbeiter, der bei uns tätig wird. In diesem Pass müssen alle einschlägigen Qualifikations- und Schulungsnachweise der Mitarbeiter, die auf dem Kraftwerksgelände Arbeiten ausführen sollen, dokumentiert sein.

Kernkraftwerk als stabiler Wirtschaftsfaktor
Derzeit haben wir am Standort 819 festangestellte Mitarbeiter mit verschiedensten Qualifikationen einschließlich der Auszubildenden.
Dazu kommen noch ein Trainée, sieben Diplomanden und Praktikanten, außerdem rund 360 dauerhaft am Standort arbeitende Mitarbeiter externer Fachfirmen. Damit sind wir einer der wichtigen und vor allem krisensicheren Arbeitgeber in der Region – ein Wert, der gerade in Zeiten wie diesen an Bedeutung gewinnt.

Und von unserer Wirtschaftskraft profitiert natürlich auch unsere Umgebung! Allein die hier am Standort Beschäftigten verfügen über ein Kaufkraftvolumen von über 50 Millionen Euro, das vorwiegend in die Region fließt. Während der zwei Jahresrevisionen sind zusätzlich jeweils bis zu 2.000 Fachleute vor Ort, die für Essen, Trinken, Wohnen und Freizeit weitere etwa 3,5 Millionen Euro in der Region lassen. Zudem sichert unser Standort weitere gut 1.000 Arbeitsplätze bei externen Dienstleistungsunternehmen und Zulieferern in Bayerisch Schwaben. Jahr für Jahr gehen so über 100 Millionen Euro direkt über Löhne und Gehälter von Mitarbeitern und Fremdfirmenpersonal sowie in Form von Aufträgen und Abgaben des Unternehmens ins Umfeld.

2008 betrug unser Bestell- und Auftragsvolumen an Fachfirmen für kontinuierliche Optimierungen, vorbeugende Instandhaltungs- und vorausschauende Erneuerungsmaßnahmen fast 150 Millionen Euro. Weitere 14 Millionen Euro flossen zum Beispiel in Ausbaumaßnahmen wie das Technologiezentrum, die schon erwähnte Periodische Sicherheitsüberprüfung und diverse Modernisierungsprojekte im Bereich Überwachung und Reinigungssysteme. Insgesamt sind hierfür über 51 Millionen Euro in der Region Schwaben abgerechnet worden. Denn bei uns gilt das Prinzip: Bei gleichwertigem Angebot erhält das Unternehmen aus der Region bevorzugt den Zuschlag. Das verstehen wir unter fairem Lastenausgleich.

In diesem Jahr sind Ausgaben von deutlich über 200 Millionen Euro geplant, davon allein rund 55 Millionen Euro für die Revisionen der Blöcke B und C sowie knapp 17 Millionen Euro in Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen. Dazu zählen die Arbeiten für das Technologiezentrum ebenso wie Modernisierungsprojekte wie der mehrjährige Austausch der Leittechnik für die beiden Blöcke.

 




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