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Jahrespresse-Gespräch 2010

03.02.2010

Statement Christoph Quick,
kaufmännischer Geschäftsführer
Gundremmingen, 3. Februar 2010

– Es gilt das gesprochene Wort –


* Zwei Pfeiler einer Brücke: Regelfähigkeit der Kernkraftwerke unterstützt Erneuerbare Energien

* Langfristiger Betrieb von Gundremmingen wirkt
wirtschaftlich stabilisierend in der Region

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Stromversorgung befindet sich in einem gewaltigen Umbauprozess. Im Fokus steht dabei der massiv ansteigende Anteil erneuerbarer Energien, der technisch wie finanziell eine gewaltige Herausforderung darstellt. Technisch müssen vor allem Lösungen für das stark schwankende Stromaufkommen gefunden werden. Zwei sehr unterschiedliche Beispiele vermitteln Ihnen einen Eindruck, wie wir uns dieser Aufgabe stellen. Denn wir wollen nicht Probleme beklagen, sondern Lösungen voranbringen. Lassen Sie mich zunächst einen Blick in die Zukunft wagen mit ADELE. Mit diesem Projekt – dem Adiabaten Druckluftspeicher für die Elektrizitätsversorgung – soll Strom sicher, effizient und in großen Mengen gespeichert werden. Das ist eine der größten Herausforderungen für die Stromversorgung der Zukunft. Worum es bei dem Projekt genau geht, das RWE gemeinsam mit General Electric, Züblin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt vorantreibt, wollen wir Ihnen mit einer kurzen Filmeinspielung verdeutlichen.(Animation ADELE)

Beispiel zwei liegt nicht in der Zukunft, sondern ist schon Realität: die Regelfähigkeit der Kernkraftwerke. Das bedeutet: Möglichst schnell mit einer Anlage die Stromproduktion drosseln oder erhöhen, so dass die vor allem durch den Wind verursachten Schwankungen aufgefangen werden können. Schon heute gibt es in Deutschland Tage, an denen sich die Windeinspeisung innerhalb von 24 Stunden um rund 20.000 Megawatt ändert – was je nach Tages- und Jahreszeit zwischen 25 und 50 Prozent des gerade angeforderten Strombedarfs sein kann. So sind in der ersten Januarwoche im Schnitt nur etwa 1.500 Megawatt Windenergieleistung am Netz gewesen, an einem Tag waren es lediglich 300 MW – bei einer installierten Windenergieleistung von insgesamt 25.000 Megawatt. In solchen Fällen helfen Kernkraftwerke, die ihre Stromerzeugung flexibel anpassen und damit wesentlich zur Stabilität des deutschen Stromnetzes beitragen. Auch wenn Kernkraftwerke aus wirtschaftlichen Gründen überwiegend im Dauerbetrieb mit voller Leistung eingesetzt werden, sind sie von Haus aus so konzipiert, dass sie jederzeit mit unterschiedlich geregelter Leistung entsprechend den Anforderungen der Netzbetreiber im sogenannten Lastfolgebetrieb arbeiten können. Das bedeutet, unsere Kernkraftwerke können ihre Leistung umfangreicher und schneller als nahezu alle anderen Kraftwerkstypen regulieren. Prof. Alfred Voß, Institut für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung an der Universität Stuttgart, hat die Studie „Verträglichkeit von erneuerbaren Energien und Kernenergie im Erzeugungsportfolio. Technische und ökonomische Aspekte“ verfasst.

Was heißt das für Gundremmingen? Der Regelbereich unserer beiden Anlagen liegt zwischen 70 und 100 Prozent der Leistung von jeweils 1.344 Megawatt (MW); damit kann jeder Block eine Regelleistung von rund 400 MW, zusammen also 800 MW, bereitstellen. Das entspricht der Leistung von etwa 200 leistungsstarken Windrädern. Wie sich das konkret auswirkt, zeigt das Chart, auf dem der Leistungsverlauf über die Weihnachtstage abgebildet ist. Hohes Windaufkommen und niedriger Verbrauch haben dazu geführt, dass wir die Leistung unserer beiden Blöcke um je 30 Prozent reduziert haben. Das sind zusammen rund 800 Megawatt. Zum Vergleich: ein großes Gaskraftwerk, wie RWE Power es gerade in Lingen errichtet, verfügt über 875 Megawatt.
Das Beispiel verdeutlicht:
1. Regenerative Energien und Kernenergie sind zwei Pfeiler einer Brücke, die in die Zukunft führen.
2. Wir brauchen einen möglichst breiten Mix, in dem alle Energien ihre besonderen Stärken ausspielen können.

Das ist die beste Basis für eine wirtschaftliche, klimafreundliche und sichere Stromversorgung. Wir sind davon überzeugt, dass die Kernenergie auch künftig einen wichtigen Platz im Energiemix einnehmen muss, insbesondere bei uns hier im Süden. Wir sind deshalb sehr froh, dass sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag auf eine Laufzeitverlängerung festgelegt hat.

Kernkraftwerk – ein stabiler Wirtschaftsfaktor
Herr Dr. Bläsig hat eben ausführlich über die erfreuliche Personalentwicklung in unserem Kernkraftwerk berichtet: 830 eigene Mitarbeiter mit verschiedensten Qualifikationen sowie rund 375 dauerhaft am Standort arbeitende Mitarbeiter von RWE-Gesellschaften und externen Fachfirmen. Damit sind und bleiben wir einer der wichtigen und vor allem krisensicheren Arbeitgeber in der Region. Die Auswirkungen unseres unternehmerischen Handelns sind aber auch weit außerhalb des Kraftwerkszauns spürbar. Die hier am Standort Beschäftigten verfügen über ein Kaufkraftvolumen von fast 60 Millionen Euro, das natürlich vorwiegend in die Region fließt. Während der beiden Jahresrevisionen werden wir jeweils von bis zu 2.000 Fachleuten unterstützt. Für Übernachtung, Verpflegung und Freizeitgestaltung lassen diese zusätzlich etwa 3,5 Millionen Euro in Gundremmingen und Umgebung. Zudem sichert unser Standort weitere gut 1.000 Arbeitsplätze bei externen Dienstleistungsunternehmen und Zulieferern in Bayerisch-Schwaben. Das ist das Resultat unserer permanenten Bemühungen, die Anlagen immer auf bestmöglichem Sicherheitsniveau zu halten und durch Modernisierungen das Niveau weiter zu erhöhen. Das geht nur durch erhebliche Investitionen. 2009 betrug unser Bestell- und Auftragsvolumen für kontinuierliche Optimierungen, vorbeugende Instandhaltungs- und vorausschauende Erneuerungsmaßnahmen über 100 Millionen Euro. Die beiden Revisionen von Block B und Block C schlugen mit 20 bzw. 30 Millionen Euro zu Buche. Von unserem Bestell- und Auftragsvolumen sind fast 50 Millionen Euro in der Region Schwaben abgerechnet worden. Das ist kein Zufall, sondern vielmehr Konsequenz unserer Maxime, bei gleichwertigen Angeboten Unternehmen aus der Region zu beauftragen. Wir halten das nur für fair – und wir werden das auch weiter so handhaben. Es ist sicherlich eine gute Nachricht, dass wir auch 2010 wieder kräftig investieren werden. Für dieses Jahr sind Ausgaben von deutlich über 200 Millionen Euro geplant, davon allein rund 50 Millionen Euro für die Revisionen sowie für Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen. Damit bleiben wir ein starker Partner der Region.

 




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