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Energiewende in Schwaben: derzeit mehr Fragen als Antworten

11.08.2011

- Presseinformation des Betriebsrats -

• Die Landtagabgeordneten Sauter und Winter treffen sich mit Mitarbeitern des Kernkraftwerks
• Sorge um die Realisierbarkeit der Energiewende
• Begonnener Dialog soll fortgesetzt werden

Die Landtagsabgeordneten Alfred Sauter und Georg Winter haben sich mit den Mitarbeitern des Kernkraftwerks Gundremmingen zu einer Diskussion über die Ausgestaltung der Energiewende in Bayern getroffen. Georg Winter hatte bei Ministerpräsident Seehofer für einen sensiblen Umgang mit den Mitarbeitern und der regionalen Wirtschaft an den bisherigen KKW-Standorten in Bayern geworben. Gemeinsam mit seinem Kollegen Alfred Sauter traf er sich jetzt mit der Belegschaft des Kernkraftwerks zum Gespräch.

Den Mitarbeitern des Kernkraftwerks brennt derzeit eine ganze Reihe von Themen auf den Nägeln, allen voran die Sorge um die hiesigen Arbeitsplätze und die Zukunft der heimischen Wirtschaft. Während ein deutscher Energieerzeuger bereits den Abbau von Arbeitsplätzen in Bayern angekündigt hat, konnte der französischen Stromriese EDF seinen Nettogewinn im ersten Halbjahr um über 50 Prozent steigern und führt das auch auf deutlich gesteigerte Atomstromexporte nach Süddeutschland zurück. Speziell die Auszubildenden und jungen Mitarbeiter des Kraftwerks wollten vor diesem Hintergrund von ihren Landtagsabgeordneten wissen, ob sie ihre berufliche Zukunft in anderen Regionen oder gar im Ausland zu suchen hätten. Man sei in der glücklichen Situation, in einer Region mit relativ niedriger Arbeitslosigkeit zu leben und hoffe darauf, dass beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und möglicher Ersatzkraftwerke neue Jobs entstünden, entgegnete Alfred Sauter.

Zweiter Schwerpunkt der Diskussion war die Frage nach der Realisierbarkeit der geplanten Energiewende. Bis ins Frühjahr 2011 betrug der Anteil der Kernenergie an der bayerischen Stromproduktion rund 60 Prozent. „Kann das realistisch binnen zehn Jahren und ohne steigende Importe ersetzt werden, wenn wir bei uns in der Region heftige Bürgerproteste schon gegen einzelne Windkraftstandorte erleben?“, fragte Anton Failer, der Betriebsratsvorsitzende des Kernkraftwerks. „Wir haben im Frühjahr einen sehr schnellen Stimmungsumschwung in der Bevölkerung erlebt, auf den die Politik reagieren musste“, antwortete Georg Winter. Carsten George, Sprecher der Jungen Generation der Kerntechnischen Gesellschaft e. V., interessierte sich dafür, wie der Erfolg der Energiewende in den kommenden Jahren überwacht werden könne und wie ein schleppender Ausbau von Ersatzkapazitäten ggf. zu korrigieren sei, da man die Abschaltdaten der Kernkraftwerke bereits festgelegt habe. In diesem Punkt konnten die beiden Landtagsabgeordneten noch keine konkreten Planungen vorstellen. In den jetzt verabschiedeten Gesetzen sei eine nochmalige Überprüfung der Abschalttermine nicht vorgesehen.

Einig waren sich die Landtagsabgeordneten und die Mitarbeiter des Kraftwerks darin, dass der jetzt begonnene Dialog für beide Seiten hilfreich ist. Der Kontakt soll in Zukunft aufrecht erhalten werden.

Ansprechpartner:
Anton Failer
Betriebsratsvorsitzender
Tel. 08224 78-2995

 




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