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Kernkraftwerk Gundremmingen bleibt auch im Jubiläumsjahr wichtiger Investor und Arbeitgeber

26.03.2012

• Gründung der Betriebsgesellschaft jährt sich im Sommer zum fünfzigsten Mal
• Rückblick 2011: Modernisierungsmaßnahmen fortgesetzt – Hoher Stand bei Arbeits- und Ausbildungsplätzen – 20,8 Milliarden KWh Strom produziert

2012 ist ein besonderes Jahr für das Kernkraftwerk Gundremmingen: Im Sommer jährt sich die Gründung der Betriebsgesellschaft zum fünfzigsten Mal. Bis Ende 2011 hat der Standort mit 545 Milliarden Kilowattstunden eine Strommenge produziert, die etwa dem Jahresbedarf ganz Deutschlands entspricht. „Auf diese Gemeinschaftsleistung können alle ehemaligen und aktiven Gundremminger stolz sein“, unterstrich der technische Geschäftsführer des Kraftwerks, Dr. Helmut Bläsig, heute im Rahmen eines Pressegesprächs. Gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Christoph Quick zog er Bilanz für 2011 und blickte auf das Arbeitsprogramm im laufenden Jahr.

Modernisierungsprogramm läuft ohne Abstriche weiter

Das in den vergangenen Jahren begonnene Modernisierungsprogramm wird in den bevorstehenden Revisionen der Blöcke B und C fortgesetzt. Hierfür investiert das Kernkraftwerk im laufenden Jahr insgesamt rund 50 Millionen Euro. „Wir bleiben ein Motor für die regionale Wirtschaft“, so Christoph Quick. 2011 ist das Auftragsvolumen für Partnerfirmen noch einmal auf 174,4 Millionen Euro (2010: 161,9 Millionen Euro) gestiegen. Fast ein Drittel dieses Volumens floss an Unternehmen aus der Region Schwaben. Einen Schwerpunkt bildet die Erneuerung der Steuerelektronik an den Kühlmittelumwälzpumpen. Jeweils acht dieser Pumpen sind in Block B und C im Einsatz und fördern das Wasser durch den Reaktor. Über ihre Drehzahl lässt sich die Leistung der Anlage schnell und ohne Bewegung von Steuerstäben regeln und damit also auch schnell reduzieren – ein Vorteil von Siedewasseranlagen, der bei zunehmender Einspeisung von Strom aus regenerativen Quellen an Bedeutung gewinnt, wie Helmut Bläsig verdeutlichte: „Unsere Kraftwerksblöcke werden wegen der volatilen Einspeisung des Stroms aus Wind und Sonne künftig noch häufiger ihre Leistung kurzfristig verändern. Dafür sind sie ausgelegt. So unterstützen wir die Energiewende und sorgen gleichzeitig für eine wetterunabhängige, verlässliche Stromversorgung.“

Wie flexible Kernkraftwerke und die erneuerbaren Energien einander ergänzen, zeigt ein Beispiel: Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag wurden insgesamt elf Lastabsenkungen vorgenommen, da das Angebot aus erneuerbaren Quellen hoch, der Bedarf jedoch gering war. Im Gegenzug waren beide Blöcke Anfang Februar besonders gefordert. Ein Hochdruckgebiet verursachte eisige Kälte, der Wind kam fast zum Erliegen. Folge: In den verbrauchsintensiven Abendstunden standen deutschlandweit zum Teil weniger als 3.000 Megawatt Leistung aus Wind und Sonne zur Verfügung.

2011 mehr als 20 Milliarden Kilowattstunden produziert

Positiv ist das Produktionsergebnis 2011 ausgefallen: 20,8 Milliarden Kilowattstunden haben die beiden Kraftwerksblöcke B und C erzeugt; ein wichtiger Beitrag für eine sichere und umweltfreundliche Stromversorgung in Süddeutschland. Der Produktionsverlauf von Block C war neben der Revision durch einen Kurzstillstand unterbrochen, der zum Austausch defekter Brennelemente erforderlich geworden war. Bläsig hob hervor, dass es hierdurch zu keiner messbaren Veränderung der Strahlendosis in der Umgebung des Kraftwerks gekommen ist: „Die Prozesse in unserem Kernkraftwerk werden kontinuierlich überwacht. So werden auch Defekte an Brennstäben frühzeitig erkannt und es kann darauf entsprechend reagiert werden. Die Anlage ist so konstruiert, dass solche Defekte weder das Personal noch die Umgebung gefährden.“ Bläsig informierte darüber, dass es Hinweise auf einen Brennelementdefekt in Block B gibt. Der Block wird Ende der Woche planmäßig zur jährlichen Revision vom Netz genommen. Dann werden auch die Brennelemente überprüft und ausgewechselt. Der technische Geschäftsführer kündigte an, dass das Kernkraftwerk künftig monatlich die angefallenen Emissionen veröffentlichen wird, um die Transparenz weiter zu erhöhen. Dies ergänzt die Daten zur behördlichen Umgebungsüberwachung, die auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt verfügbar sind.

Arbeitsunfälle auf niedrigem, Zahl der Arbeitsplätze auf hohem Niveau

Erfreulich ist die Entwicklung bei der Arbeitssicherheit: Die Zahl der Arbeitsunfälle konnte 2011 für die eigene Belegschaft auf dem niedrigen Wert des Vorjahres gehalten werden. Bei den Beschäftigten von Partnerfirmen wurde sie erneut leicht reduziert. Seit Anfang des Jahres wird eine gemeinsame Statistik für beide Beschäftigtengruppen geführt. „Arbeitssicherheit hat hohe Priorität – für alle Menschen, die bei uns tätig sind“, betonte Helmut Bläsig.

Die Zahl der Arbeitsplätze wird trotz der Entscheidung zum vorzeitigen Ausstieg aus der Kernenergie am Standort Gundremmingen hoch bleiben. Das Kraftwerk beschäftigte zum Jahreswechsel 2011/12 rund 850 eigene Angestellte und Auszubildende. Hinzu kommen mehr als 400 Mitarbeiter von Partnerfirmen, die dauerhaft in den Anlagen tätig sind. „Wir werden hier noch ein Jahrzehnt lang Strom erzeugen“, erklärte Christoph Quick. „Dazu brauchen wir eine hoch qualifizierte und hoch motivierte Mannschaft.“ Freie Stellen in der Stammbelegschaft werden derzeit mit erfahrenen Kollegen aus dem Kernkraftwerk Biblis besetzt; sieben haben sich bereits zu einem Wechsel entschlossen. Bei den Auszubildenden gibt es einen neuen Höchststand: Mit 49 erlernen derzeit so viele junge Leute wie noch nie einen der sechs Ausbildungsberufe. Im Herbst 2012 werden neun Azubis die Ausbildung im Kraftwerk antreten.

 




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