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Von XXS bis XXL: Im Kernkraftwerk Gundremmingen sorgen tausende Schalter für einen zuverlässigen Betrieb

03.01.2014

Zu keiner Jahreszeit greifen Stromkunden so oft zum Lichtschalter wie jetzt im Winter. Der Schalter, mit dem sich die kurzen, dunklen Tage aufhellen lassen, ist der letzte in einer ganzen Kette. Sie beginnt schon im Kernkraftwerk Gundremmingen. Hier sorgt eine große Vielfalt an Schaltern dafür, dass zuverlässig Strom ins Netz fließt. Die Spanne reicht dabei vom kleinsten Koppelrelais mit einem Gewicht von etwa 10 Gramm und bis hin zu den gigantischen, drei Tonnen schweren Schalterpolen, mit denen die beiden Stromgeneratoren von Block B und C ans das Stromnetz angeschlossen werden.

Herr über diese Kolosse ist Sven Roth. Der 39-jährige Diplom-Ingenieur erklärt, wie ein Viertel des bayerischen Stroms von Gundremmingen aus den Weg ins öffentliche Netz findet. „Es gibt mehrere Stromausleitungen, und bei uns hat jede der drei Drehstrom-Phasen ihren eigenen Schalterpol.“ Der an der Turbinenwelle montierte Generator erzeugt eine Spannung von 27.000 Volt, die mit großen Transformatoren auf rund 400.000 Volt angehoben wird. Zwischen dem Generator und den Transformatoren liegen die von Roth betreuten Schalter. Stromleiter für jede Phase ist ein Aluminiumrohr mit 76 cm Durchmesser. Als Schalterkontakt dient ein Metallbolzen, der mit Druckluft bewegt wird. Werden die Schalter von der Schaltwarte aus betätigt, gibt es zuvor eine Durchsage. „Wenn sich Kollegen im Maschinenhaus aufhalten, würde sie das laute Knallen beim Schalten sonst ziemlich erschrecken“, erklärt Roth.

Weniger spektakulär, jedoch genauso wichtig für einen sicheren und zuverlässigen Kraftwerksbetrieb sind tausende kleiner Koppelrelais auf den niedrigeren Spannungsebenen. Diese Relais stellen die Verbindung her zwischen der Leittechnik auf der Warte und der Steuerungstechnik. Pro Block gehören hierzu rund 4.000 Motoren, die beispielsweise Armaturen in Rohrleitungen öffnen oder schließen. Systeme für wichtige Aufgaben wie die Überwachung und Kontrolle des Reaktors sind dabei stets mehrfach vorhanden. So ist für ein Höchstmaß an Sicherheit gesorgt.

 

Sven Roth betreut im Kernkraftwerk Gundremmingen die je drei Tonnen schweren Schalterpole der Stromausleitungen (Hintergrund). Genauso wichtig für den Kraftwerksbetrieb sind tausende kleine Relais. Foto: KGG.

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