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Kernkraftwerk Gundremmingen investiert erneut 38 Millionen Euro in Prüfung, Wartung und Modernisierung

12.03.2015

• Abbauantrag und Personalkonzept wichtige Weichenstellungen für die Zukunft
• Kraftwerk sichert knapp 25 Prozent der bayerischen Stromerzeugung

„Sicher, sauber, zuverlässig: Unser Kernkraftwerk hat 2014 rund 20,5 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert – knapp 25 Prozent der bayerischen Erzeugung.“ Beim Jahrespressegespräch zog Michael Trobitz, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen, jetzt Bilanz. In der Regel waren beide Blöcke mit voller Leistung am Netz und trugen so zu einer stabilen Stromversorgung in Süddeutschland bei. Doch die Anlagen können bei Bedarf auch sehr flexibel ihre Leistung um bis zu 50 Prozent reduzieren. „Über 20 Mal haben wir diese Anforderung 2014 kurzfristig erfüllt, um so die volatile Einspeisung aus Wind und Sonne auszugleichen. Das zeigt, wie wir die Energiewende aktiv unterstützen“, so Trobitz.

Um den steigenden Anforderungen auch künftig gerecht zu werden, investiert das Kraftwerk im laufenden Jahr 38 Mio. Euro in die Technik, überwiegend während der anstehenden Revisionen. So werden in Block C sechs Gleichrichter erneuert, die wichtige Sicherheitssysteme der Anlage unterbrechungsfrei mit Strom versorgen. „Sicherheit bleibt oberste Priorität. Wir werden unsere Blöcke selbstverständlich weiterhin intensiv prüfen, warten und modernisieren“, erläuterte Michael Trobitz. Insgesamt vergibt das Kraftwerk jährlich Aufträge in Höhe von gut 167 Millionen Euro an Partnerfirmen, davon knapp 35 Millionen Euro an Unternehmen aus der Region. Die Revision mit Brennelementwechsel in Block B beginnt am 21. März. Dann sollen 100 frische Brennelemente in den Reaktor eingesetzt werden. Zudem werden Brennelemente aus dem Lagerbecken wieder eingesetzt, darunter 24 Mischoxid-Brennelemente.

Unzufrieden ist Michael Trobitz mit der Entwicklung in Sachen Arbeitssicherheit. Die Zahl der Unfälle ist 2014 – erstmals nach vielen Jahren – angestiegen. „Das ist nicht akzeptabel. Deshalb verstärken wir unsere Anstrengungen in Sachen Arbeitssicherheit und werden das Bewusstsein für das Thema schärfen“, erklärte Trobitz. „Jeder Unfall ist ein Unfall zu viel!“

Eine wichtige Weichenstellung für die Zeit nach dem Ende der Stromproduktion hat das Kernkraftwerk im Dezember 2014 vorgenommen. Beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ist der Abbau nicht mehr benötigter Anlagenteile in Block B atomrechtlich beantragt worden. Derzeit erstellt ein Team aus Fachleuten weitere, den Abbauantrag ergänzende Unterlagen. „Wir wollen das Genehmigungsverfahren für die Menschen in der Region von Anfang an so transparent wie möglich gestalten“, versicherte Michael Trobitz. Ein sichtbares Zeichen: Die Antragsunterlagen sind auf der Internetseite des Kraftwerks verfügbar.

„Wir werden diese Veränderungen frühzeitig und verantwortungsvoll planen“, hob Gabriele Strehlau, kaufmännische Geschäftsführerin des Kraftwerks, mit Blick auf die Personalplanung bis 2021 hervor. Die Zahl der Vollzeitstellen beim Kraftwerkspersonal wird auf voraussichtlich 535 im Jahr 2018 absinken. „Wir haben genau analysiert, welche Tätigkeiten in den kommenden Jahren anstehen und wie viele Mitarbeiter dafür benötigt werden“, erläuterte Strehlau.

„In enger Abstimmung zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat ist es gelungen, den unvermeidlichen Personalabbau nach der Abschaltung von Block B so sozialverträglich wie möglich zu gestalten“, erklärte Anton Failer, Vorsitzender des Betriebsrats. Dass ältere Mitarbeiter sich freiwillig zum Verlassen des Unternehmens entschließen können, hat für Failer auch einen sozialen Aspekt: „So können wir jüngeren Kollegen weiter eine Perspektive bieten.“

Dass das Kraftwerk ein wichtiger Arbeitgeber in der Region ist, zeigt die aktuelle Beschäftigtenzahl: Zum Jahreswechsel waren am Standort gut 700 eigene Mitarbeiter tätig. Die Zahl der dauerhaft am Standort tätigen Mitarbeiter von Partnerfirmen liegt aktuell bei etwa 300 – rund ein Viertel weniger als im Vorjahr. „Die schwierigen Bedingungen am Strommarkt gehen nicht spurlos an uns vorüber. Deshalb schauen wir bei jeder Tätigkeit genau hin, ob wir sie nicht mit eigenen Kräften erledigen können“, erklärte Gabriele Strehlau.

Als Ausbildungsbetrieb trägt das Kernkraftwerk weiter Verantwortung für den Fachkräftenachwuchs in der Region. Derzeit sind im Kraftwerk 34 Auszubildende beschäftigt und erlernen sechs verschiedene Berufe. Zum Ausbildungsbeginn im September 2015 hat das Kraftwerk erneut sieben Ausbildungsplätze angeboten, die bereits besetzt werden konnten. „Wir sind eine gute Adresse für junge Leute, die bestens ausgebildet ins Berufsleben starten wollen“, freute sich Strehlau.

 

20,5 Milliarden Kilowattstunden hat das Kernkraftwerk Gundremmingen 2014 erzeugt - knapp ein Viertel der Stromproduktion in Bayern. Wie es nach dem Ende der Stromerzeugung weitergeht, darüber berichtete die Geschäftsführung jetzt beim Jahrespressegespräch.

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