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Jahrespressegespräch: Kernkraftwerk Gundremmingen meistert Spagat aus sicherem Leistungsbetrieb und Abbauvorbereitung

09.03.2016

• 2016 fließen 39 Mio. Euro in Prüfung und Wartung der Kraftwerkstechnik
• Genehmigungsverfahren, Informations-Initiative und Personalplanung für Kraftwerksabbau laufen

„Auch wenn wir uns auf die Zeit nach der Abschaltung von Block B vorbereiten: Die sichere und zuverlässige Stromerzeugung steht für uns nach wie vor an erster Stelle“, so Michael Trobitz, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen beim Jahrespressegespräch. 2015 ist die Stromproduktion in Block B und C um 700 Millionen auf insgesamt 21,2 Milliarden Kilowattstunden Strom gesteigert worden. Mit dieser Strommenge lassen sich mehr als sechs Millionen Durchschnittshaushalte ein Jahr lang klimafreundlich und wetterunabhängig mit Energie versorgen.

Das gute Produktionsergebnis ist nur eine Seite der Medaille, betonte die kaufmännische Geschäftsführerin Gabriele Strehlau. Vor dem Hintergrund dramatisch gesunkener Großhandelspreise sei das Kraftwerk kaum mehr wirtschaftlich zu betreiben. Ihre Forderung lautet deshalb: „Wir brauchen dringend Marktbedingungen, die eine faire Partnerschaft von konventionellen Kraftwerken und erneuerbaren Energien ermöglichen“. Dazu braucht es vor allem ein Marktdesign, mit dem dringend notwendige Backup-Kapazitäten wirtschaftlich bereitgestellt werden können. „Das kann nach unserer Auffassung am besten in einem marktbasierten Kapazitätsmarkt erfolgen, dem dezentralen Leistungsmarkt“, so Strehlau.

Mit der Investition von rund 39 Millionen Euro für Wartung, Prüfung und Modernisierung im laufenden Jahr wird die Anlage in technisch einwandfreiem Zustand gehalten. Trobitz verwies auf das Ergebnis einer aktuellen gutachterlichen Stellungnahme der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS). Im Auftrag des Bundesumweltministeriums als oberster Atomaufsichtsbehörde ist die GRS der Frage nachgegangen, ob das Nachkühlsystem ZUNA ausreichend gegen schwerste Erdbeben geschützt ist und so dem Anspruch an ein vollwertiges Sicherheitssystem gerecht wird. ZUNA ist „als einem Sicherheitssystem gleichwertig anzusehen“, urteilt die GRS. „Das deckt sich mit unserer Bewertung“, stellte der Kraftwerksleiter heraus. Und weiter: „Ich hoffe, dass damit die leidige und überflüssige Diskussion ein Ende hat.“

Seiner Rolle als wichtiger Wirtschaftsmotor wird das Kraftwerk weiterhin gerecht: Pro Jahr gehen Aufträge mit einem Umsatzvolumen von gut 146 Millionen Euro an Partnerfirmen, davon rund 30 Millionen Euro an Auftragnehmer aus der Region. Mit der Ausbildung von Nachwuchs-Fachkräften trägt das Kraftwerk ebenfalls weiter Verantwortung für die Region. Aktuell sind 28 Auszubildende im Kernkraftwerk beschäftigt. Am 1. September werden neun „Azubis“ mit einer Berufsausbildung beginnen. Ein besonderes Augenmerk galt im vergangenen Jahr der Arbeitssicherheit. Mit messbarem Erfolg: Seit 600 Tagen gab es im Kernkraftwerk Gundremmingen keinen Arbeitsunfall mehr, der zu Ausfallzeiten geführt hätte.

In vollem Gange ist die Erstellung ergänzender Antragsunterlagen im laufenden Genehmigungsverfahren für den Abbau nicht mehr benötigter Anlagenteile aus Block B. Um die Öffentlichkeit frühzeitig über diesen Vorgang aufzuklären, ist im Herbst die Informations-Initiative „Kernkraftwerk Gundremmingen transparent!“ gestartet worden – mit positiver Resonanz in der Region. In einer Wanderausstellung in den Nachbargemeinden und bei Fokustagen, bei denen im Informationszentrum ein spezifisches Thema dargestellt wird, können sich interessierte Bürger informieren.

In Vorbereitung auf Abschaltung und Abbau hat ein Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen eingesetzt. Die Zahl der direkt bei KGG oder dem Mutterkonzern RWE beschäftigten Mitarbeiter lag Ende 2015 bei 674, das sind etwa 25 weniger als vor Jahresfrist. Die Zahl der dauerhaft im Kraftwerk tätigen Mitarbeiter von Partnerfirmen hat sich im gleichen Zeitraum um 50 auf rund 250 verringert. „Wir liegen im Plan und sind froh, dass wir den erforderlichen Stellenabbau gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträglich gestalten können“, so Gabriele Strehlau.

 




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