Presse / News » KGG - Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH

Kernkraftwerk Gundremmingen – Revision Block B: 30 Millionen Euro für die Sicherheit

02.07.2008

• Umfangreichste Jahresinspektion seit Betriebsbeginn mit Druckprüfung des Reaktordruckbehälters

Die erste Halbzeit der umfangreichsten Jahresrevision in der Betriebsgeschichte von Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen ist beendet. Seit Mitte Juni wird die Anlage einer intensiven Inspektion unterzogen und mit frischem Brennstoff versehen. „Wir investieren rund 30 Millionen Euro in die langfristige Sicherheit und Optimierung der Anlage“, betonte der technische Geschäftsführer Dr. Helmut Bläsig. Eine sehr aufwändige Tätigkeit ist die integrale Druckprüfung des Reaktordruckbehälters. Sie muss nach dem Regelwerk alle acht Jahre vorgenommen werden. Alle zu prüfenden Komponenten müssen mindestens 30 Minuten einem Prüfdruck von 112,2 bar standhalten. Diese Aufgabe wird in den nächsten Tagen in Angriff genommen.

Insgesamt 5.500 Arbeitsaufträge rund um den Reaktorkern und zur Inspektion von Armaturen, Rohrleitungen, Turbinen und Generator sind in der fünfwöchigen Revision auszuführen. Auch müssen knapp 1.000 wiederkehrende Prüfungen mit zahllosen „zerstörungsfreien“ Untersuchungen mittels Ultraschall, Farbeindringprüfungen oder Röntgen vorgenommen und dokumentiert werden.

Neben der Kontrolle des Reaktorkerns mit insgesamt 784 Brennelementen, der durch Unterwasserkameras überprüft wird, steht das Um- und Wiedereinsetzen bereits bestrahlter Brennelemente im Mittelpunkt. 200 Brennelemente, davon 152 frische, werden ausgetauscht. Über 500 Brennelemente werden auf andere Positionen im Reaktor gesetzt, um das Uran möglichst Ressourcen schonend und effizient einzusetzen. Ebenfalls ausgewechselt werden sieben Messlanzen mit jeweils vier Detektoren, und acht von 193 Steuerstäben, die die Wärmeleistung im Reaktor bis hin zur Abschaltung steuern.

In punkto Arbeitssicherheit verwies Helmut Bläsig auf zahlreiche Maßnahmen zur weiteren Reduzierung der Unfallzahlen. „Unser Anspruch ist klar: Wir wollen, dass alle Mitarbeiter die Anlage genauso gesund verlassen, wie sie sie betreten haben,“ betonte der Kraftwerksleiter. „Wir haben die Schulungen verstärkt, neue Merkkarten verteilt und zusätzliche Arbeitssicherheitsbeauftragte eingestellt. Diese sind die Rund-um-die-Uhr in der gesamten Anlage unterwegs und ansprechbar, um in Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Benutzung von „Persönlicher Schutzausrüstung“ beratend tätig zu sein.

2.000 zusätzliche Fachleute von über 160 Dienstleistungsunternehmen lassen durch ihren mehrwöchigen Aufenthalt im Kraftwerk einen Betrag im einstelligen Millionen-Euro-Bereich in Gasthöfen, Hotels und im Einzelhandel. „Unser Kraftwerk stärkt somit die Wirtschaftskraft der Region. Kernenergie bedeutet aber auch sichere, wettbewerbsfähige und umweltverträgliche Energieversorgung“, hob Bläsig hervor. Vor diesem Hintergrund wünscht er sich für die über 1.100 Mitarbeiter des Kraftwerks am Standort, dass dieser Energieträger weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung leisten kann. Das würde zudem Deutschland als Standort der weltweit anerkannt sichersten Kernkraftwerke helfen, sein Know-how und seine Kompetenz in Sachen Kernenergie zu erhalten und mit seiner ausgeprägten Sicherheitskultur bei der Nutzung der Kernkraft international weiter Gehör zu finden.








Das Kernkraftwerk Gundremmingen im bayerisch-schwäbischen Landkreis Günzburg ist eine Doppelblockanlage mit zwei Siedewasser-Reaktoren à 1.344 Megawatt Nennleistung. Damit ist Gundremmingen seit 1984 der größte Kernkraftwerksstandort in Deutschland. Die Kraftwerksanlage gehört zu 75 Prozent der RWE Power AG, Essen, und zu 25 Prozent der E.ON Kernkraft GmbH, Hannover. Pro Jahr werden am Standort rund 21 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Auf einen Tag umgerechnet sind das durchschnittlich knapp 57,5 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht rein rechnerisch dem Jahresstrombedarf von rund 16.400 Privathaushalten und erspart Bayern Tag für Tag gut 57.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2).Das ist in etwa die gleiche CO2–Menge, die 24.000 Fahrzeuge der Golfklasse pro Jahr ausstoßen. In Gundremmingen ging 1966 mit dem 237-Megawatt-Siedewasserblock A das erste kommerziell genutzte Kernkraftwerk Deutschlands ans Netz. Er wurde 1977 abgeschaltet und wird seit 1983 zurückgebaut.

 

Die Niederdruckturbine des Blocks B wird in der Revision einer intensiven Inspektion unterzogen und gewartet, damit Sie weiter zuverlässig den Generator des Kraftwerks mit einer Nennleistung von 1.344 Megawatt antreiben kann.
Foto: Kernkraftwerk Gundremmingen, 2008

Pressekontakt

Dr. Christina Kreibich
Telefon: +49 (8224) 78-2153
Telefax: +49 (8224) 78-82153
E-Mail: presse@kkw.rwe.com

Simone Rusch
Telefon: +49 (8224) 78-3065
Telefax: +49 (8224) 78-83065
E-Mail: presse@kkw.rwe.com