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Kernkraftwerk Gundremmingen: Sicher und zuverlässig Strom produzieren – parallel den Abbau vorbereiten

11.04.2018

• Laufender Betrieb und Abbauvorbereitungen an einem Standort:
Belegschaft stellt sich einzigartiger Aufgabe
• 15 Millionen Euro für Revision von Block C
• Stellenreduzierung sozialverträglich gestaltet

Sichere, zuverlässige Stromerzeugung in einem Block – Abbauvorbereitungen für den anderen Block: Dieser wohl einzigartigen Aufgabe stellt sich das Kernkraftwerk Gundremmingen seit Anfang des Jahres. „Das erfordert großes technisches Verständnis, Gespür für die Mitarbeiter und einen neuen Blick auf die Arbeitsabläufe. Denn der Alltag verändert sich mit dem Parallelbetrieb völlig. Was allerdings bleibt: Sicherheit hat weiterhin oberste Priorität.“ Beim Jahrespressegespräch des Kernkraftwerks Gundremmingen zeigte Dr. Heiko Ringel, seit 1. Januar neuer technischer Geschäftsführer, die Herausforderungen der veränderten Situation am Standort auf.

Entsprechend der Laufzeitregelung des Atomgesetzes ist Block B am 31. Dezember 2017 letztmalig vom Netz entkoppelt und kurz darauf endgültig abgeschaltet worden. „Von der Inbetriebnahme im März 1984 bis zur Abschaltung hat unser Block gut 330 Milliarden Kilowattstunden Strom klimafreundlich erzeugt. Das hätte ausgereicht, um den Jahresstromverbrauch in Deutschland zu mehr als der Hälfte zu decken“, erklärte Ringel. „Eine tolle Leistung: Mein Respekt gebührt allen Beteiligten!“

Die Personalplanung musste ebenfalls auf die neue Situation ausgerichtet werden. „Abbau heißt naturgemäß weniger Personal als im Betrieb“, erklärt Gabriele Strehlau, kaufmännische Geschäftsführerin des Kernkraftwerks Gundremmingen. „Wir haben den notwendigen Stellenabbau erreicht, indem wir nicht jede frei werdende Stellen nachbesetzt und die interne Organisation neu aufgestellt haben“, so Strehlau. Und weiter: „Das ist nur gelungen, weil wir das in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträglich gestalten konnten.“ Aktuell sind bei der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH rund 560 Mitarbeiter beschäftigt; im Vorjahr waren es 611. Bis zur Abschaltung von Block C Ende 2021 soll diese Zahl nahezu konstant bleiben.

Zum Jahreswechsel waren 22 Auszubildende im Kraftwerk tätig; sechs von ihnen haben am 1. September 2017 neu angefangen. Zum Ausbildungsstart im September diesen Jahres sollen weitere sechs Ausbildungsplätze angeboten werden. Bedingt durch die Abschaltung von Block B hat sich das vom Kernkraftwerk vergebene Auftragsvolumen auf rund 129 Millionen Euro leicht reduziert. 2016 waren es 134 Millionen Euro. Rund 27 Millionen Euro flossen an gut 250 Partnerfirmen in Bayerisch-Schwaben. „Als regionaler Partner spielen wir weiter eine wichtige Rolle“, betont Gabriele Strehlau.
Block C durchläuft von Mitte April bis voraussichtlich Mitte Mai seine turnusmäßige Revision. Rund 15 Millionen Euro werden hierfür in die Anlage investiert. Neben dem Brennelement-Wechsel sind wiederkehrende Prüfungen und routinemäßige Wartungsarbeiten an Anlagenkomponenten und Sicherheitssystemen geplant. „Dazu erwarten wir mehrere hundert Mitarbeiter unserer Partnerfirmen als Verstärkung am Standort“, berichtet Heiko Ringel.

In Block B laufen die ersten Abbau-Vorbereitungen. So wurden Betriebsmittel wie Wasserstoff – bislang zur Kühlung des Generators eingesetzt, nun nicht mehr benötigt –, entfernt. Von Mitte Januar bis Anfang März sind drei weitere CASTOR-Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus dem Lagerbecken von Block B befüllt und ins Standort-Zwischenlager transportiert worden; dort sind inzwischen 58 der 192 genehmigten Stellplätze belegt. Das atomrechtliche Genehmigungsverfahren für den Abbau von Anlagenteilen von Block B ist noch nicht abgeschlossen. Im Rahmen der Initiative „Kernkraftwerk Gundremmingen transparent!“ wird das Kraftwerk über wichtige Fortschritte informieren.

Positiv ist die Stromerzeugungs-Bilanz fürs vergangene Jahr ausgefallen, dem letzten mit zwei in Betrieb befindlichen Blöcken. „Wir haben fast 20 Milliarden Kilowattstunden klimafreundlichen Strom produziert“, freut sich Ringel. Mit dieser Menge lassen sich rund 5,6 Millionen Durchschnittshaushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen. Um die wetterbedingt schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und die jeweilige Stromnachfrage in Einklang zu bringen, haben die beiden Blöcke 2017 insgesamt 56-mal ihre Leistung kurzfristig und flexibel um bis zu 50 Prozent reduziert. „Unser Beitrag, um für die Verbraucher eine lückenlose Versorgung mit elektrischer Energie zu gewährleisten,“ so Ringel.

 




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