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Jahrespressegespräch - Statement Gabriele Strehlau (kaufmännische Geschäftsführerin)

11.04.2018

Es gilt das gesprochene Wort
Sehr geehrte Damen und Herren,
auch von mir ein herzliches Willkommen.
Transaktion zwischen RWE und E.ON hat keine Auswirkungen auf Kraftwerksbetrieb
Bei RWE hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan die Transaktion mit E.ON hat ja für entsprechende Aufmerksamkeit gesorgt. Im Kern geht es darum: RWE verkauft ihre Finanzbeteiligung an innogy und erhält dafür im Gegenzug unter anderem eine große Plattform erneuerbare Energien. Das passt ideal zum operativen Kerngeschäft von RWE, der Stromerzeugung.
Ein Aspekt der Transaktion betrifft das Kernkraftwerk Gundremmingen. Wie am Kernkraftwerk Emsland übernimmt RWE auch hier die Minderheitsanteile der PreussenElektra. Auswirkungen auf den Betrieb hat das nicht. RWE ist ohnehin für die Betriebsführung beider Kraftwerke verantwortlich.
Auch organisatorisch hat sich bei uns etwas getan: Seit 1. Januar 2018 sind alle Aktivitäten der RWE im Segment Kernenergie in der RWE Nuclear GmbH zusammengefasst. Sie ist nun zuständig für Betrieb und Rückbau unserer kerntechnischen Anlagen. Zudem betreibt sie alle Standortzwischenlager bis zu deren Übertragung an den Bund im nächsten Jahr.
In der neuen Gesellschaft habe ich die kaufmännische Geschäftsführung übernommen. Neben dem Finanzbereich bin ich nun auch für das Personal verantwortlich. Eine ebenso reizvolle wie verantwortungsvolle Aufgabe, auf die mich sehr freue.

Notwendige Reduzierung beim Personal verläuft sozialverträglich
Innerhalb der KGG bleibt für mich alles beim Alten. Dazu gehört das Personalthema und deshalb will ich zunächst den Blick auf die Beschäftigtenzahl am Standort richten. Aktuell beschäftigen wir 560 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: im Vorjahr waren es 611. Sie sehen: Die Abschaltung von Block B wirkt sich bereits aus. Der Stellenabbau läuft nach Plan. Bis zur Jahresmitte wissen wir genau, wie viele Mitarbeiter mit welchen Qualifikationen wir weiterhin, d.h. nach Abschaltung auch des Block C Ende 2021 benötigen.


Das sind die nackten Zahlen. Dahinter verbirgt sich eine komplexe Aufgabe, weil es schließlich um Menschen, um unsere Kolleginnen und Kollegen geht. Wir alle müssen uns an die Situation gewöhnen, dass es auf der Anlage nicht mehr nur um die Produktion von Strom geht. Das Thema Rückbau ist jetzt Realität. Natürlich gehört das zum Zyklus eines jeden Kraftwerks. Seinen eigenen Arbeitsplatz, an dem man über Jahre oder Jahrzehnte mit größter Sorgfalt tätig war, eigenhändig zu zerlegen, ist dennoch erstmal eine Veränderung, die es anzunehmen gilt.
Ich bin zuversichtlich: Unsere Mitarbeiter sind weiter hochmotiviert. Denn auch Rückbau ist eine anspruchsvolle, fordernde Aufgabe, für die engagierte und professionelle Experten benötigt werden.
Allerdings weniger, als dies im Leistungsbetrieb der Fall war. Es erfordert deutlich weniger Mitarbeiter, eine Anlage zu demontieren als rund um die Uhr Strom zu erzeugen. Deshalb müssen wir individuelle Lösungen finden: Für die, die weiter hier arbeiten und deren Aufgabengebiet sich verändert. Genauso wie für die, denen wir einen sozialverträglichen Ausstieg ermöglichen wollen.
Rund um die Abschaltung von Block B ist das gelungen. Den Start in den Abbau konnten wir sozialverträglich und fair gestalten. Das ging nur durch ein konstruktives Miteinander mit der Mitarbeitervertretung, für das ich mich ausdrücklich bedanke.


BGZ verantwortet ab 1. Januar 2019 das SZL
Details der Kooperation in Planung
Bei unserem Standortzwischenlager ändern sich in wenigen Monaten die Verantwortlichkeiten. Aktuell betreiben wir das Zwischenlager mit unserem Kraftwerkspersonal und Dienstleistern. Doch ab dem 1. Januar 2019 liegt die Betriebsführung bei der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ). Bei der operativen Arbeit wird RWE die BGZ danach weiter unterstützen. Doch zusammen mit der BGZ entwickeln wir bereits Konzepte, wie der Betrieb im Kraftwerk künftig räumlich und personell getrennt vom Zwischenlager ablaufen soll.
Meine Damen und Herren,
Heiko Ringel hat eben auf unsere Verbundenheit mit der Region hingewiesen. Ich will das mit drei Themen vertiefen:
1. KGG bildet weiterhin Jugendliche aus
Wir wollen weiterhin jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben ermöglichen. Sieben junge Leute haben im September 2017 ihre Berufsausbildung bei uns begonnen. 22 Azubis in drei Berufen (Industriemechaniker, Elektroniker in Betriebstechnik, Koch) sind es aktuell. Und im September 2018 starten noch einmal sechs Jugendliche ihre Ausbildung bei uns.
Unsere hervorragende Abschlussquote belegt die Qualität unserer Ausbildung. Das Kraftwerk Gundremmingen ist eine hervorragende Adresse im Lebenslauf.

2. Firmen aus der Region erhalten Aufträge mit einem Volumen von 27 Millionen Euro
Zur Verbindung mit der Region gehört auch, dass wir einheimischen Firmen bei gleichwertigen Angeboten zu Aufträgen verhelfen, so Arbeitsplätze vor Ort sichern und zur Wertschöpfung beitragen. Im vergangenen Jahr haben wir Aufträge mit einem Volumen von etwa 27 Millionen Euro vergeben, davon haben auch hiesige Unternehmen wieder profitiert.

3. Gasturbinenkraftwerk Gundremmingen RWE prüft Teilnahme an Ausschreibung
Wir wollen den hervorragenden Standort weiter nutzen. Seit August 2016 ist bekanntlich der Bebauungsplan rechtskräftig, der uns die Option eröffnet, ein Reserve-Gaskraftwerk zu errichten. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion will in Kürze Leistungen zur Netzunterstützung ausschreiben. Wir sind überzeugt, dass Gundremmingen aufgrund der Lage und Infrastruktur optimal geeignet ist, zumal auch das erforderliche Personal zur Verfügung steht.
Sie sehen: Wir würden dieses Projekt gerne in Angriff nehmen. Das wäre gut für die Region und gut für unsere Beschäftigten.

Heiko Ringel und ich freuen uns jetzt auf Ihre Fragen.

 




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