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Jahrespressegespräch - Statement Gabriele Strehlau (kaufmännische Geschäftsführerin)

04.04.2014

Zahl der Mitarbeiter stabil auf hohem Niveau
Jährliches Auftragsvolumen an Partnerfirmen liegt bei rund 180 Millionen Euro.

[Anrede],
auch ich begrüße Sie herzlich zu unserem heutigen Pressegespräch,

zunächst möchte ich gemeinsam mit Ihnen einen Blick auf die Mitarbeiterzahl unseres Kraftwerks werfen. Zum Jahreswechsel waren bei der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH 800 Mitarbeiter beschäftigt. Durch Pensionierungen hat die Zahl im letzten Jahr nur geringfügig abgenommen. Zum Eigenpersonal hinzu kommen 390 Beschäftigte bei Partnerfirmen, die ständig hier im Kraftwerk arbeiten. Bei Lieferanten und Dienstleistern aus der Region sorgt unser Kraftwerk darüber hinaus für rund 1.000 weitere Jobs. Der Kraftwerksbetrieb sichert also seit Jahren mehr als 2.000 Arbeitsplätze in der Region.

Herr Trobitz hat bereits erwähnt, dass wir uns schon heute auf die Zeit nach der Abschaltung der Blöcke B und C intensiv vorbereiten und in diesem Jahr hierfür ein Personalkonzept entwickeln wollen. Vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen an unseren Kernenergie-Standorten Biblis und Mülheim-Kärlich sind wir optimistisch, unseren Mitarbeitern auch in der Zeit nach dem Leistungsbetrieb eine Perspektive bieten zu können. Im Nachbetrieb und beim späteren Rückbau sind wir auf eine gut ausgebildete und hoch motivierte Kraftwerksmannschaft angewiesen.

Verantwortung für die Region Ausbildung bei KGG

Viel zu tun gab es im letzten Jahr in unseren Lehrwerkstätten und an den Ausbildungsarbeitsplätzen. Zum Jahreswechsel waren 40 Auszubildende in unserem Kraftwerk tätig. Zwischenzeitlich hat sich ihre Zahl verringert: Aus Auszubildenden sind qualifizierte Fachkräfte geworden. Während der Freisprechungsfeier gestern Vormittag konnten wir zehn von ihnen die Abschlusszeugnisse überreichen. Sie alle bleiben zunächst im Kraftwerk beschäftigt und packen jetzt in den Bereichen Instandhaltung, Blockbetrieb, Technik und im Lager mit an.
Verantwortung für den Fachkräftenachwuchs in der Region tragen wir auch weiterhin, trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation unseres Unternehmens: Zum 1. September 2014 werden erneut sieben junge Leute eine Ausbildung bei uns beginnen: Vier angehende Industriemechaniker, zwei Elektroniker für Betriebstechnik und ein Koch.

Dass die Ausbildung im Kernkraftwerk Gundremmingen nach wie vor ein interessanter Einstieg ins Berufsleben ist, zeigen uns Veranstaltungen wie der Girls Day bei dem sich zahlreiche Mädchen vor Ort im Kraftwerk über unser Ausbildungsangebot informiert haben.

Das Kernkraftwerk als Wirtschaftsmotor

Sowohl für die regionale Wirtschaft wie auch überregional spielt unser Betrieb weiterhin eine wichtige Rolle als Auftraggeber. Das jährliche Auftragsvolumen ist mit rund 180 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreswert praktisch unverändert hoch. Die regionale Verteilung unserer Aufträge blieb stabil: Firmen aus Bayerisch-Schwaben konnten sich über deutlich mehr als 40 Millionen Euro Umsatz mit unserem Kraftwerk freuen.

Soweit meine Bilanz über das zurückliegende Jahr, das wie Sie wissen mein erstes Jahr in der Funktion als kaufmännische Geschäftsführerin gewesen ist.

Die Frage, wie die Energiewende das Geschäftsmodell in der Stromerzeugung nachhaltig verändert, stand bei unserem gestrigen Kraftwerksgespräch besonders im Fokus. Ein Thema, dass sicherlich auch in diesem Kreis eine hohe Bedeutung hat. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, Ihnen kurz einige Erkenntnisse des gestrigen Abends vorstellen.

Wir stehen vor der Frage, wie der fortschreitende Ausbau der Erneuerbaren Energien den Markt für Stromerzeuger verändert, und wie wir in diesem veränderten Umfeld eine neue Balance finden können zwischen den gleichermaßen wichtigen Zielen Versorgungssicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit. Hierzu sind aus unserer Sicht drei Dinge notwendig:

1. Ein neues Strommarktdesign zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit

Die Großhandelspreise und damit die Margen für konventionelle Kraftwerke sind dramatisch gefallen. Gleichzeitig drängen Wind und Sonne sie immer mehr aus dem Markt. Trotzdem sollen sie aber vorgehalten werden, um immer dann einzuspringen, wenn es dunkel ist und der Wind nicht weht. Das gibt es aber nicht umsonst. Das ist im Grunde wie bei der Feuerwehr, die ja auch nicht nach der Menge an eingesetztem Löschwasser bezahlt wird.
Deshalb brauchen wir einen Kapazitätsmarkt mit einem Preis für die Bereitstellung gesicherter Leistung aus konventionellen Kraftwerken, den alle Anbieter ungeachtet der Technologie und des Alters ihrer Kraftwerke erhalten. Frankreich geht hier vorweg, Deutschland will mittelfristig nachziehen. Wir brauchen eine Lösung im europäischen Kontext.

2. Das Emissionshandelssystem ETS zur Erreichung der CO2-Minderungsziele für die Nachhaltigkeit

Das ETS ist ein gutes, weil marktnahes Instrument, mit dem die vorgegebenen europäischen Klimaschutzziele sicher und effizient erreicht werden. Ende Januar hat die EU-Kommission im Rahmen des EU-Klimapakets umfangreiche Vorschläge für eine Fortführung des ETS nach 2020 vorgelegt. RWE unterstützt das vorgeschlagene Ziel einer CO2-Minderung um 40% bis 2030 ebenso wie die Einführung einer Marktstabilitätsreserve. Das schafft Sicherheit für Investoren, hilft der Umwelt und stärkt das ETS als zentrales europäisches Klimaschutzinstrument.

3. Die Reform der Förderung erneuerbarer Energien in Europa

Die erneuerbaren Energien haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt, stecken nicht mehr in den Kinderschuhen. Ein Marktanteil von durchschnittlich 25 Prozent, der in einzelnen Stunden sogar 60 Prozent und mehr beträgt, belegt das. Die Erneuerbaren müssen jetzt Markt- und Systemverantwortung übernehmen, in dem etwa Eigentümer von Windkraftanlagen ihren Strom selbst vermarkten und auch die Lieferung im Falle der Nichtverfügbarkeit sicherstellen. Auf den Großhandelspreis erhalten sie dabei einen für mehrere Jahre garantierten festen Aufschlag.

Diese drei Säulen müssen auf europäischer und nationaler Ebene gestärkt werden, um die Energieversorgung zukunftsfähig zu machen. Konventionelle Energieträger spielen dabei weiterhin eine tragende Rolle. Sie tragen zur Sicherung der Stromversorgung bei; gleichzeitig sind die modernen flexiblen Anlagen wichtige, unverzichtbare Partner der erneuerbaren Energien.

Sie sehen, wir agieren in einem sich dramatisch verändernden Markt. Eine nachhaltige Unternehmensführung ist in diesem Umfeld ohne verlässliche politische Rahmenbedingungen enorm schwierig.

Wir freuen uns nun auf Ihre Fragen.

 




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