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Jahrespressegespräch - Statement Michael Trobitz (technischer Geschäftsführer)

04.04.2014

• Block B und C seit 30 Jahren in Betrieb – Verfügbarkeit auf dem Niveau von Neubauanlagen
•2013 wurden 20,7 Milliarden kWh erzeugt – KGG sichert knapp ein Viertel der Stromproduktion in Bayern
• Im laufenden Jahr werden 58 Mio. Euro in die Anlagentechnik investiert

[Anrede],
auch im Namen meiner Kollegin Gabriele Strehlau begrüße ich Sie ganz herzlich zu unserem diesjährigen Pressegespräch.

Zunächst möchte ich Sie über die technischen Aspekte unseres Kraftwerksbetriebs informieren. Dann wir meine Kollegin Gabriele Strehlau über die kaufmännische Seite sprechen. Danach freuen wir uns auf das Gespräch mit Ihnen, sehr verehrte Damen und Herren.

30 erfolgreiche Betriebsjahre

[Anrede],
2014 ist für uns ein besonderes Jahr: Vor 30 Jahren, genau am
9. März 1984, gab es die erste nukleare Kettenreaktion in Block B. Eine Woche später, am 16. März 1984, speiste Block B zum ersten Mal Strom in das öffentliche Netz ein. Block C folgte im Herbst 1984. Seither sind 30 spannende Betriebsjahre vergangen, in denen die beiden Blöcke rund 575 Milliarden Kilowattstunden klimafreundlichen Strom erzeugt haben. Damit könnte man die gesamte heutige Bundesrepublik fast ein Jahr lang CO2-frei versorgen. Auf diese Leistung sind alle Beteiligten stolz, unsere aktiven Mitarbeiter wie auch die inzwischen pensionierten. Zu Recht!

30 erfolgreiche Betriebsjahre – das konnte nur gelingen, weil wir unsere Anlage durch zahlreiche Investitionen und Modernisierungen kontinuierlich in einem Top-Zustand gehalten haben. Block B und C weisen seit der Inbetriebnahme im Mittel eine Verfügbarkeit von etwa 90 Prozent auf. Das bedeutet, an 90 von 100 Tagen können sie sicher und zuverlässig Strom liefern. Das ist ein Spitzenwert, auch im internationalen Vergleich.
Auf unserer Internetseite haben wir Fotoimpressionen aus drei Jahrzehnten Kraftwerksbetrieb eingestellt. Dieser Streifzug durch die Geschichte von Block B und C liegt Ihren Unterlagen auf einem USB-Stick bei.

Stromerzeugung in Bayern

Der bayerische Strommix ist durch das Zusammenspiel von Kernenergie, Wasserkraft und den anderen erneuerbaren Stromquellen noch immer besonders klimafreundlich. Fossile Stromerzeugung spielt im Freistaat gegenwärtig eine untergeordnete Rolle. Mit 47 Prozent stammt knapp die Hälfte des in Bayern erzeugten Stroms aus Kernkraftwerken, knapp ein Viertel davon erzeugen wir hier in Gundremmingen. Als Leiter eines Kernkraftwerks kann ich mich über diese Bilanz freuen. Als Bürger des Freistaats stelle ich mir die Frage, wie wir die „nuklearen“ Tortenstücke ersetzen können, die ab dem kommenden Jahr mit dem fränkischen KKW Grafenrheinfeld bei Schweinfurt und dann bis 2022 komplett wegbrechen. Die Antwort der Übertragungsnetz-Betreiber ist eindeutig: Für sie ist ein Ausbau der Stromnetze unverzichtbar. Auch die Bundesnetzagentur hält – gestützt auf Gutachten – den Netzausbau für den wirtschaftlichsten Weg, regionale Ungleichgewichte in der Erzeugung auszugleichen. Eine „Energieautarkie“ hätte für Bayern hingegen Konsequenzen für die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit der Stromversorgung, ohne dass dabei die Umwelt gewinnt. Warum ist das so? Industrie, Mittelstand und Haushalte in Bayern profitieren von der Kohle – auch Braunkohle – als wichtige Säule im Strom-Erzeugungsmix. Sie wirkt stabilisierend auf den Strompreis. In Deutschland bestimmen ganz überwiegend Kohlekraftwerke die Großhandelspreise für Strom. Würden wir nur noch auf die teureren Gaskraftwerke setzen, stiegen Großhandelspreise drastisch. Noch ein Punkt dazu: 90 Prozent des Gasbedarfs in Deutschland müssen durch Importe gedeckt werden, über 40 Prozent hiervon kommen aus Russland, dem mit Abstand wichtigsten Gaslieferanten. Mehr Gaskraftwerke bedeutet also auch größere Abhängigkeit von Energieimporten. Das sind Fakten, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen, wenn es darum geht die Weichen zu stellen für die Energiewende in Deutschland und vor allem in Bayern. Und das ist der Grund, warum ich einen breiten Energiemix bevorzuge.

Produktionsverlauf Block B und C

Block B und C produzieren mit einer elektrischen Nennleistung von jeweils 1.344 Megawatt. Damit haben sie 2013 rund 20,7 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt – und so gut 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß vermieden, verglichen mit dem durchschnittlichen Einsatz fossiler Energieträger. Diese Strommenge reicht aus, um sechs Millionen Haushalte ganzjährig zu versorgen. Übrigens: Mit nur einem Block können wir den jährlichen Strombedarf einer Großstadt wie München inklusive ihrer Industrie decken. Am Produktionsverlauf erkennt man auch, dass neben der Grundlastaufgabe die Flexibilität in der Fahrweise unserer Anlagen vermehrt in Anspruch genommen wird. Was heißt das konkret? Ein Beispiel: In der Nacht vom 15. auf den 16. März, ein Wochenende, war der Strombedarf gering. Gleichzeitig stand viel Strom aus Windkraftanlagen zur Verfügung. Also haben wir die Leistung beider Blöcke sehr schnell auf jeweils die Hälfte reduziert. Als die Nachfrage wieder angestiegen ist, sind wir wieder auf volle Leistung gegangen. Flexibilität ist notwendig, um die erneuerbaren Energien zu unterstützen. Wir sind flexibel und so ein idealer Partner der volatilen erneuerbaren Energien!

[Anrede],
Block B war im April vergangenen Jahres in Revision, außerdem mussten wir im September einen Brennelementdefekt beheben, und im August haben wir wegen einer Tropfleckage eine Messlanze am Reaktordruckbehälter ausgetauscht. In beiden Fällen war die sicherheitstechnische Bedeutung gering. Allerdings war es in beiden Fällen erforderlich, den Block für die Reparaturarbeiten einige Tage lang abzuschalten, weil Arbeiten im Reaktordruckbehälter nötig waren. Da es sich bei der Lanze nicht um einen Einzelfehler handelte, haben wir uns frühzeitig für den Komplettaustausch der jeweils acht baugleichen Lanzen pro Block entschlossen und beim Hersteller die Fertigung technisch modifizierter Austauschlanzen in Auftrag gegeben. Im Januar 2014 gab es bedauerlicherweise in Block B erneut eine Tropfleckage. Die Produktionsunterbrechung haben wir genutzt, um alle baugleichen Lanzen in Block B zu erneuern. Im März 2014 haben wir das vorsorglich auch für Block C getan. Denn ein sicherer Betrieb hat für uns oberste Priorität.
Block C hat im Übrigen 2013 durchgehend Strom produziert, unterbrochen nur durch die Revision von Juli bis Anfang August.

[Anrede],
rückläufig war im vergangenen Jahr die Zahl der meldepflichtigen Ereignisse: 2012 gab es in beiden Anlagen zusammen sieben – 2013 drei. Alle wurden auf der internationalen Bewertungsskala INES auf Stufe 0 eingeordnet, hatten also keine oder nur geringe sicherheitstechnische Bedeutung. Aufsichtsbehörde und Öffentlichkeit sind jeweils zeitnah und transparent informiert worden. Um die Transparenz weiter zu erhöhen, haben wir im vergangenen Jahr erstmals unseren Betriebsbericht veröffentlicht, der nun monatlich im News-Bereich unserer Internetseite kkw-gundremmingen.de abgerufen werden kann und heute auch Ihrer Pressemappe beiliegt.

Im laufenden Jahr wollen wir einen weiteren CASTOR mit abgebrannten Brennelementen beladen, der sich schon auf der Anlage befindet. CASTOR-Behälter werden nach Bedarf angefertigt. Für die neu anzufertigenden Behälter liegt noch keine verkehrsrechtliche Zulassung vom Bundesamt für Strahlenschutz vor. Diese ist Voraussetzung, um die gefüllten Behälter auf dem Kraftwerksgelände zu transportieren. Von den 192 Behälterstellplätzen im Zwischenlager sind gegenwärtig 41 belegt.

Neuer Wasserrechtsbescheid

Ein umfangreiches Projekt konnten wir im Dezember abschließen. Das Landratsamt Günzburg hat einen neuen Wasserrechtsbescheid erlassen, der die gesamte Gewässernutzung unseres Kraftwerks regelt. Die Kühlwasserentnahme aus der Donau und die Wasserrückleitung in den Fluss sind für die kommenden 20 Jahre genehmigt, die Nutzung unserer Brunnen, aus denen auch die Gemeinde Gundremmingen ihr Rohwasser bezieht, ist für die kommenden 30 Jahre genehmigt, also bis Ende 2043.
Beim Neuantrag für den Wasserrechtsbescheid handelte es sich um ein Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung, das 2012 gestartet worden war. Im Ergebnis ihrer Prüfungen haben uns das Landesamt für Umwelt, das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth und das Landratsamt Günzburg bestätigt, dass die Gewässernutzung unseres Kraftwerks den gesetzlichen Vorgaben entspricht und keine unzulässigen Auswirkungen auf das Ökosystem Fluss und Auwald mit sich bringt.

Ableitungsbilanz 2013

Bei der abgeleiteten Menge an radioaktiven Stoffen haben wir auch 2013 wieder alle Grenzwerte sicher eingehalten. Die Werte bewegen sich auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre.

Geringe Unfallzahlen

Ebenfalls auf einem erfreulich niedrigen Niveau lag die Zahl der Arbeitsunfälle im letzten Jahr. Der so genannte LTIF-Wert setzt die Zahl der Unfälle in Relation zu 1. Mio. geleisteter Arbeitsstunden. RWE-weit liegt der Wert für 2013 bei 2,2 – schon das ist besser als der Branchendurchschnitt. Wir haben zu diesem guten Ergebnis maßgeblich beigetragen. Denn von hier ist ein Wert von 1,1 in das Gesamtergebnis eingeflossen. Im Klartext waren das drei Arbeitsunfälle in 2013, die in ihren Auswirkungen äußerst moderat waren. Das ist sehr erfreulich. Aber unser Ziel bleiben 0 Arbeitsunfälle. Denn Arbeitssicherheit hat in Gundremmingen wie in allen Betrieben der RWE Power einen ganz hohen Stellenwert. Das gilt für unser eigenes Personal und ohne Abstriche auch für die Mitarbeiter unserer Partnerfirmen, die in unserem Auftrag tätig sind. Wir achten schon bei der Auftragsvergabe darauf, dass die Auftragnehmer das Thema Arbeitssicherheit so ernst nehmen wie wir selbst. Lohn für dieses Engagement: Ende 2013 hat die RWE Power den Deutschen Arbeitsschutzpreis gewonnen. Eine unabhängige Experten-Jury hat mehr als 200 Vorschläge bewertet und dann aus zwölf Nominierungen unser Konzept des umfassenden Sicherheitsprogramms für Partnerfirmen ausgewählt.

Die Fakten zur Sicherheit der Anlage

Als Ingenieur bin ich es gewohnt, technische Sachverhalte auf Basis technischer Fakten zu beurteilen. Da ich selber schon häufig an professionellen Sicherheitsanalysen für Kernkraftwerke mitgewirkt habe, weiß ich, wie viel Fachwissen, Aufwand und Detailkenntnisse notwendig sind, um zu belastbaren Ergebnissen zu kommen. Bereits vor diesem Hintergrund erstaunt es, dass unser Kraftwerk im November mit einer Studie konfrontiert wurde, die nach Aussage des Hauptautoren innerhalb von wenigen Wochen erstellt worden ist. Federführung hatte Prof. Wolfgang Renneberg, der unter dem grünen Umweltminister Trittin Leiter der Atomaufsicht war. In diesem Zusammenhang sei eine Frage erlaubt: Wenn es sich wie in diesem Fall um altbekannte Themen handelt, warum hat Herr Rennberg, der in seiner BMU-Rolle dazu verpflichtet gewesen wäre, damals nicht interveniert?

Ich weiß nicht, auf welcher Basis hier gearbeitet wurde, denn zu uns hat niemand direkt Kontakt aufgenommen. Über die Motive mag man spekulieren. Die Stoßrichtung allerdings war klar: unsere Anlage in Misskredit zu bringen. Ich will das an zwei Beispielen aufzeigen:

• Es wird behauptet, dass eine Bodenschweißnaht an unseren Reaktordruckbehältern unter unzulässig hohen Spannungen steht. Dabei wird eingeräumt, dass die Reaktordruckbehälter nicht untersucht wurden. Basis sind vielmehr Untersuchungen zu Siedewasserreaktoren einer anderen Baulinie. Dass diese Untersuchungen dem Beratungsgremium des Bundesumweltministeriums, der Reaktor-Sicherheitskommission, vorgestellt wurden und dass die Kommission zu anderen Schlussfolgerungen kam, wird in der zitierten Studie mit keinem Wort erwähnt.

Fakt ist, dass wir die Belastung der Bodenschweißnähte an den Reaktordruckbehältern noch einmal simuliert und berechnet haben. Diese neuerliche Überprüfung wurde nach dem heute gültigen Regelwerk des kerntechnischen Ausschusses durchgeführt, der die sicherheitstechnischen Anforderungen für deutsche Kernkraftwerke definiert. Ergebnis: Die Belastungen des Druckbehälters liegen unterhalb der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen zulässigen Grenzen und enthalten einen deutlichen Sicherheitspuffer. Parallel dazu ist noch einmal eine der regelmäßig vorgeschriebenen Materialprüfungen an den Druckbehältern vorgenommen worden.

• Ein zweites Beispiel: In der Studie wird unterstellt, ein Erdbeben könne zu einem Bruch der flussaufwärts liegenden Staustufe Gundelfingen führen und hier im Kraftwerk massive Probleme verursachen. Auch hierzu eine Einordnung: Im Zuge des Genehmigungsverfahrens für das Kernkraftwerk Gundremmingen ist auch die Erdbebenauslegung der Staustufe Gundelfingen überprüft worden. Ergebnis: Die Standsicherheit der Staustufe ist auch bei einem Erdbeben gewährleistet und gutachterlich belegt. Eine Überflutung des Kernkraftwerks Gundremmingen in Folge eines Erdbebens ist nicht möglich. Der zuverlässige Schutz unseres Kernkraftwerks gegen Erdbeben und gegen Hochwasser wurde im Übrigen in der Sicherheitsüberprüfung im Auftrag der Bundesregierung sowie im europäischen Stresstest für Kernkraftwerke klar bestätigt.

[Anrede],
wir fürchten keine Diskussion über unsere Anlage. Denn wir wissen um das hohe Sicherheitsniveau, um die Qualifikation der Mannschaft und um die großen Investitionen, die wir kontinuierlich in unsere Anlage gesteckt haben. Was uns allerdings ärgert, sind Auseinandersetzungen, bei denen mit Spekulationen und Unterstellungen gearbeitet wird. Damit Sie sich selber ein Bild machen können, haben wir einen neuen Flyer erstellt. Sie finden ihn in Ihrer Pressemappe. Vertiefende Informationen erhalten Sie bei uns im Internet – und natürlich stehen wir Ihnen heute und jederzeit für Fragen zur Verfügung.

Unser Anspruch ist und bleibt: Sicherheit hat oberste Priorität. Dass die für unser Kraftwerk zuständige Aufsichtsbehörde erst kürzlich öffentlich festgestellt hat, dass Gundremmingen alle sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt, will ich hier gerne unterstreichen!

Projekte 2014

Unmittelbar vor der Tür steht die Revision in Block B. Morgen werden wir vom Netz gehen und mit den Arbeiten beginnen. Dazu gehört nicht nur eine umfangreiche Überprüfung der Anlage. Es sind auch Modernisierungsmaßnahmen geplant. Im letzten Jahr haben wir in Block C die Leitschaufelkränze in den beiden Niederdruckturbinen erneuert. Diese Bauteile leiten den Dampf auf die rotierenden Turbinenschaufeln. Jetzt ist Block B an der Reihe. Die Revision von Block C ist von Mitte Juli bis Anfang August geplant. Insgesamt werden wir in diesem Jahr 58 Millionen Euro in die Prüfung, Wartung und Modernisierung unserer Anlagen investieren. Ein weiterer Beleg dafür, dass Sicherheit für uns unverändert ganz oben steht.
In beiden Revisionen werden wieder Brennelementwechsel vorgenommen, bei denen frische Brennelemente und solche aus den Lagerbecken in den Reaktor eingesetzt werden. Im vergangenen Jahr haben unsere Untersuchungen zu den Defektursachen an Mischoxid-Brennelementen Fortschritte gemacht. An einigen Mox-Brennstäben waren Defekte festgestellt worden. Daraufhin hatten wir die gesamten davon betroffenen Brennelementchargen vorsorglich aus dem Reaktoreinsatz herausgenommen. Aus den gemeinsam mit dem Hersteller vorgenommenen Untersuchungen konnten erste neue Erkenntnisse gewonnen werden. Konkret: Beim Leistungsbetrieb bildet sich auf Brennstäben eine Oxidschicht. Die Untersuchungen haben Hinweise geliefert, dass die Defekte durch eine über den Erwartungsbereich hinausgehende Oxidbildung entstanden sind. Ein weiteres starkes Wachstum dieser Schicht auf den Brennstäben ist aber nicht zu erwarten. Ein Grund hierfür ist die aufwändige Modernisierung unserer Kondensatreinigungsstraßen in beiden Blöcken, über die wir Sie in den letzten Jahren informiert hatten. Die sich dadurch ergebenden positiven Änderungen in der Wasserchemie wollen wir im kommenden Zyklus untersuchen.
Vor diesem Hintergrund werden wir beim kommenden Brennelementwechsel von Block B, der übermorgen beginnt, zunächst ein Mox-Brennelement in den Reaktor laden. Die 91 Brennstäbe dieses Brennelements haben wir zuvor einzeln hinsichtlich ihrer Oxidschicht geprüft. Langfristig planen wir, auch um die Menge an radioaktiven Abfällen zu reduzieren, weitere vorsorglich ausgeladene Mox-Brennelemente mit vergleichsweise geringer Oxidschicht nach sorgfältiger Prüfung erneut einzusetzen. Dieses Vorgehen erfolgt in enger Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde und deren Gutachter.

Neuigkeiten gibt es zu unserem Standortzwischenlager zu vermelden: Für die bauliche Optimierung des Standortzwischenlagers liegen uns jetzt – als erstem Standort in Deutschland – die erforderlichen Genehmigungen des Landratsamts Günzburg und des Bundesamts für Strahlenschutz vor. Das heißt: Wir können jetzt unverzüglich mit den Bauarbeiten beginnen. Die Einrichtung der Baustelle läuft.

Planung für die Zeit nach der Stromproduktion

Ein Projektteam beschäftigt sich schon heute – parallel zum laufenden Betrieb –mit der Planung für die Zeit „danach“. Grundsätzlich lässt das deutsche Atomrecht bei der Stilllegung von Kernkraftwerken zwei Vorgehensweisen zu: den sofortigen Rückbau und den sicheren Einschluss. Der Stand unserer Planungen sieht den sofortigen Rückbau vor, da er aus unserer Sicht eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich bringt. Ein ganz wesentlicher Aspekt ist die Perspektive, die wir unseren Mitarbeitern mit dem sofortigen Rückbau bieten können. Allerdings sind wir natürlich von den Randbedingungen beim Thema Endlager abhängig, die ganz wesentlich sind für unser Vorgehen.
Auch in der Anlage werden bereits erste vorbereitende Schritte gemacht. Die Revision von Block B nutzen wir dazu, im Maschinenhaus, also rund um Turbine und Generator, eine so genannte Massenerfassung vorzunehmen. Damit ermitteln wir Menge und Beschaffenheit des später abzubauenden Materials. Von den Ergebnissen hängen weitere Schritte ab, zum Beispiel unsere Personalplanung, die wir in den kommenden Jahren bis zur Abschaltung von Block B aufstellen wollen. Sehr hilfreich bei all unseren Planungen ist der Umstand, dass wir in Sachen Rückbau nicht bei Null anfangen. Die in Block A bzw. im heutigen Technologiezentrum gesammelten Erfahrungen im Rückbau und in der Entsorgung von Komponenten sind extrem wertvoll. Das gilt auch für die Erfahrungen mit anderen Rückbauprojekten in unserer Kernkraftwerksflotte: Kahl am Main, Mülheim-Kärlich und jetzt auch Biblis. Wir werden Sie selbstverständlich über den Fortgang unserer Nachbetriebs- und Rückbauplanung auf dem Laufenden halten. Da uns auch hier Transparenz und frühzeitige Information der Bevölkerung wichtig sind, haben wir eine Broschüre zum Thema erstellt, die wir als Beilage in der aktuellen Ausgabe unseres Nachbarschaftsmagazins „hier:“ veröffentlicht und heute Ihren Unterlagen beigelegt haben.

[Anrede],
Frau Strehlau wird Ihnen nun einen Überblick über wirtschaftliche Aspekte geben. Und im Anschluss stehen wir Ihnen für Fragen zur Verfügung.

 




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